Vom Trabbi zum Formel 1 Wagen: WordPress-Blogs beschleunigen

WordPress ist schon ein super System: Installiert ist es in 5 Minuten, die Bedienung ist super einfach und dann gibt es da auch noch die riesen Auswahl an Themes und Plugins, mit denen man sein Blog einzigartig machen und um etliche Funktionen erweitern kann. Doch leider ist es so, das WordPress schnell auch sehr träge wird und die Ladezeiten des Blogs in die höhe schnellen. Das sieht weder Google (oder auch andere Suchmaschinen) gern, noch möchte ein Besucher lange auf die Inhalte eines Blogs warten. Es gibt einige Wege, um die Ladezeiten von WordPress zu beschleunigen und somit die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Ein schöner Nebeneffekt ist, das Suchmaschinen wie Google gerne schnelle Ladezeiten sehen und diese auch als Rankingfaktor angesehen wird. Sicher schießt man somit nicht direkt in den SERPs nach oben, aber Google sieht es eben gerne.

Plugins entfernen

Einer der meisten Gründe, warum der WordPress-Blog langsam wird, sind die vielen Plugins. Meistens sind Plugins auch der Grund, warum der Blog wirklich extrem langsam wird. Man kann sagen, das mit jeden installierten und aktivierten Plugin der Blog immer langsamer wird, bis er irgendwann nur noch lädt und die Inhalte stundenlang auf sich warten lassen. Aus diesem Grund sollte man sich immer überlegen, welche Plugins überhaupt benötigt werden. Sollte ein Plugin mal nicht mehr gebraucht werden, empfiehlt es sich, dieses direkt zu deaktivieren und deinstallieren. Desweiteren sollte man auf ein Plugin verzichten, wenn ein einfacher Code an der stelle auch hilft.

Bilder für das Web optimieren

Nicht selten kommt es vor, das ich selber einen Blog besuche, einen Beitrag durchlesen möchte und vorher wird über eine Minute lang ein Bild geladen. Bilder sollten generell für das Web optimiert worden sein, heißt: Bildgröße verringern und als JPEG oder GIF abspeichern und hochladen. Auch sollten die Bilder nicht gerade in voller Pracht hochgeladen werden, sondern sollten auch in der Auflösung verringert werden. So kann der Browser die Bilder und auch den WordPress-Blog schneller laden.

WordPress und die Cache

Jeder Besucher sorgt immer wieder dafür, das WordPress die Datenbank abfragen und alle Bilder erneut laden muss. Daher sollte WordPress mit einem nützlichen Cache-Plugin bestückt werden. Ein gutes Beispiel ist zum Beispiel das Plugin Cachify von Sergej Müller. Dieses Plugin speichert Seiteninhalte in statischer Form zwischen und gibt diese, schonen für die Performance, bei Abfrage aus. Mit einem Cache-Plugin verringert sich die Ladezeit meistens enorm.

Datenbank aufräumen und schonen

Beim schreiben einer Seiten oder eines Artikels speichert WordPress alle paar Minuten eine sogenannte Revision ab. Bei einem Absturz des Browsers ist man als Blogger somit auf der sicheren Seite, den Text nicht komplett verloren zu haben und neu verfassen zu müssen. Doch leider bläht die Datenbank so Schritt für Schritt auf. Bei einem Blog, welcher über Jahre besteht und welcher niemals die Revisionen aus der Datenbank löscht oder seine Datenbank in irgendeiner weise optimiert, wird die Datenbank immer größer. Und somit auch die Belastung, die auf ihr lastet. Unnötige Inhalte sollten aus der Datenbank entfernt werden. So zum Beispiel auf die Revisionen, die eh nicht mehr benötigt werden. Ein gutes Plugin für diese Arbeit ist das Plugin „Delete-Revision“. Auf Wunsch löscht das Plugin alle WordPress-Revisionen aus der Datenbank und verringert diese so. Desweiteren bringt das Plugin einige Funktionen zur Datenbank-Optimierung mit, so das ein Weg in die PHPmyAdmin fast schon gar nicht mehr nötig ist.

Artikel pro Seite

Ein weiterer wichtiger Tipp ist, das auf der Startseite und in den Archiv-Seiten nicht zu viele Artikel angezeigt werden sollten. Mit jedem Artikel den WordPress dort Anzeigen muss, muss er auch wieder auf die Datenbank zurückgreifen und diese auslesen. Bei 1000 Artikeln die sich manche auf den Seiten anzeigen lassen, kann es schon sehr lange dauern, bis alle Beiträge geladen sind und angezeigt werden. Ich zum Beispiel lasse auf zweidoteins nur 10 Artikel pro Seite anzeigen, was auch voll und ganz reicht. Mehr wollen die Leser meistens nicht sehen, da von 1000 lockere 950 völlig uninteressant für den Leser sind. Dazu kommt, das ein Besucher wegen einem Artikel herkommt und sich nicht gleich 100 Stück davon durchließt. Diese Informationsflut könnte er auch gar nicht wirklich wahrnehmen und schon beim dritten oder vierten Artikel nur noch Bahnhof verstehen oder mit halben Herz weiterlesen.

Papierkorb leeren

Die Papierkörbe von WordPress sollten immer leer sein. Schreibt man zum Beispiel einen Artikel und entscheidet sich dann um, schmeißt man diesen in den Papierkorb, weil man ihn nicht mehr braucht. Am besten ist, diesen dann auch direkt wieder aus den Papierkorb endgültig zu löschen. Schließlich ist auch der Inhalt des Papierkorbs, welcher nicht mehr gebraucht wird, unnötiger Ballast für die Datenbank. Genau so hält es sich mit Spam-Kommentaren, Seiten, Plugins und allen weiteren unnötige Ballast: Sofort endgültig entfernen.

Gutes Webhosting zahlt sich aus

Auch das Webhosting steuert zu Ladezeit bei. Viele Benutzer möchten ein paar Euros sparen und suchen sich einen günstigen Webhoster aus. Ist ja auch verständlich, wer möchte nicht Sparen? Aber an der falschen Ecke sollte trotzdem nicht gespart werden, so wie am Webhosting. Der teuerste Anbieter muss es natürlich nicht sein, trotzdem sollte man sich die Daten der Server anschauen, bevor blind irgendwas günstiges gekauft wird.

HTML und CSS verringern

Unnötige Zeilen im HTML müssen ebenso vom Browser ausgelesen werden, wie die benötigten. Daher sollte man sich das Theme genau im Quelltext anschauen und herausfinden, welche Zeilen – besonders im Header und im Footer – unnötig sind und diese auch löschen. Genau das gleiche gilt für die Stylesheet: Nicht genutzte Inhalte entfernen und somit die Dateigröße der CSS verringern. Je kleiner die Dateien sind, desto schneller können diese geladen werden.

Unnötige Datenbank-Abfragen entfernen

Viele Themes bringen es mit sich, das Titles, Descriptions und mehr über Datenbank-Abfragen eingestellt werden könne. Der Komfort für den Blogger ist zwar gegeben, schließlich muss niemand per HTML oder andere Sprachen können, aber die Ladezeit leidet ersichtlich darunter. Daher sollte man sich das Theme genau anschauen und feststellen, an welchen stellen die Datenbank unnötig abgefragt wird. So zum Beispiel wird dieses sehr oft beim Charset getan:

<meta http-equiv=“Content-Type“ content=“<?php bloginfo(‚html_type‘); ?>; charset=<?php bloginfo(‚charset‘); ?>“ />

Das muss nicht sein, denn somit wird die Datenbank wieder unnötig abgefragt, was wiederum Zeit kostet. Bei vielen dieser unnötigen Abfragen summiert sich die Zeit zu einem größeren Faktor, welcher den Blog wieder unnötig verlangsamt. Also: Unnötige Datenbank-Abfragen entfernen und durch schnelleres HTML ersetzen.

Videos auf Video-Plattformen hosten

Um Videos auf dem eigenen Blog zu publizieren oder einfach nur im Artikel anzuhängen, empfiehlt es sich, dafür vorgesehene Plattformen wie Vimeo oder Youtube zu nutzen. Videos die auf dem eigenen Webspace geladen werden brauchen meist sehr lange zum laden, denn im Vergleich hat Youtube bzw. Google die bessere Hardware und kann die Videos dementsprechend auch schneller Laden.

Externe Inhalte: Pfui!

Ich mag mich jetzt ein wenig widersprechen wenn ich sage, das extern eingebundene Inhalte den Blog verlangsamen, über diesen Schritt aber empfohlen habe, Videos extern zu hosten. Nun, in diesem Schritt geht es mehr um Bilder als um Videos. Denn wer Bilder von externen Blogs oder Webseiten in seine Artikel einbindet, läuft Gefahr, den eigenen Blog tierisch zu verlangsamen. Lädt der Blog oder die Webseite, auf dem das Bild gehostet ist mal nicht schnell, braucht der eigene Blog dementsprechend auch länger. Bei Youtube zum Beispiel habe ich es noch nie gesehen, das die Webseiten endlos lange zu Laden brauchen oder gar Offline waren. Bei anderen Blogs oder Webseiten kann man dies nicht sagen.

Ladezeiten mit PageSpeed überprüfen und optimieren

Google stellt ein nützliches Tools zur Überprüfung der Ladezeit bereit, mit dem die Ladezeit nicht nur überprüft, sondern auch optimiert werden kann. Das Tool PageSpeed gibt nach einem Check Aufschluss darüber, wie man die Webseite oder den Blog noch weiter in Richtung Geschwindigkeit optimieren kann. Die Tipps werden in drei Prioritäten eingestuft: „Low priority“ für Dinge, die nicht unbedingt gemacht werden müssen, weil sie eh schon optimiert sind oder nur wenig zur Minimierung der Ladezeiten beitragen, die Punkte unter „Medium priority“ sollte man sich anschauen und gegebenfalls optimieren und mit den Tipps unter „High priority“ kann viel Ladezeit gespart werden, also müssen diese unbedingt optimiert werden.

5 Kommentare

  1. Finde denn Eintrag sehr gut. Viele überladen ihre WordPress einfach zu viel, dort sind manchmal Funktionen, die kein Mensch braucht! Lieber alles simple beibehalten und mehr auf den Inhalt einer Seite setzten.

  2. Hey Christian,
    cooler Artikel den Du geschrieben hast. Ich für mich persönlich habe es auch lieber schlicht und einfach, dafür schnell und übersichtlich. Praktisch alle Deiner aufgelisteten Punkte kannte ich bereits, aber einige muss ich wohl noch umsetzen, mal schauen wann ich dafür Zeit finde.
    LG Nathanael

  3. Was ich auch noch herausgefunden habe. Man sollte auf der Übersicht nicht den ganzen Artikel anzeigen, sondern von der „More“ Funktion gebrauch machen. Speziell wenn man öfters mal Videos anzeigt, sollten die nur in der Artikel Ansicht zu sehen sein. Denn auch wenn die Videos nicht sofort starten, so braucht der Player von Youtube einige Zeit zum Laden. Hat man beispielsweise 10 Artikel mit Videos auf der Übersichtsseite kanns schnell sehr langsam werden.

  4. Hallo Christian! OK, Dein Artikel ist über ein Jahr alt. Aber trotzdem immer noch sehr hilfreich und übersichtlich aufgebaut. Danke, hat mir sehr geholfen! (Ich finde, so was kann man von älteren Dingen ja oft nicht mehr sagen, umso bemerkenswerter!)

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