Like for Unlock – Mehr Fans durch gesperrten Content

Wer auf seiner Facebook-Fanpage seine Reichweite ausbauen möchte, also mehr „Fans“ generieren möchte, braucht entweder ein gutes Konzept, um direkt auf Facebook die Leute anzusprechen, oder eben guten Content. Wer sehr guten Content hat oder etwas exklusives anbieten kann, kann auch auf eine andere Möglichkeit zurückgreifen, mit der sich Fans generieren lassen. Diese Möglichkeit „Like to Unlock“ basiert auf dem gleichen Prinzip wie „Pay with a tweet“, also der virtuellen und kostenlosen Bezahlung für einen Download, nur dass man auch Content sperren könnte.

Pay with a tweet sollte mittlerweile jedem ein Begriff sein. Wem nicht, nochmal kurz zur Erklärung: Mit Pay with a tweet kann man einen Download unzugänglich machen. Nur wer eine Nachricht auf Twitter in seine Timeline über den Service postet, kann den Download starten. Durch den Tweet werden wiederum neue Leser und Interessenten angelockt, die auch einen Tweet senden müssen, um den Download zu starten. Man „zwingt“ praktisch die Leute, einen Tweet abzusenden und neue Besucher auf die Seite aufmerksam zu machen. Den Dienst gibt es weiterhin, nur ich persönlich war auf der Suche nach einer Möglichkeit, das gleiche nur eben mit Likes für Facebook zu realisieren.

Hier kommt „Like to Unlock“ ins Spiel: Das WordPress-Plugin ermöglicht es mir als Blogger bzw. Webseitenbetreiber, bestimmte Teile vom Content zu sperren. Das muss nicht unbedingt Text sein, sondern kann auch ein Link, ein Download, eine Gallery oder irgendetwas anderes sein. Dem Plugin gebe ich eine URL vor, welche geliked werden soll: Dabei kann es sich um die direkte URL zu meiner Webseite (oder zum Artikel), zu meiner Fanpage auf Facebook oder um alle anderen URLs handeln, die geliked werden soll. Ich wende das Plugin sehr gerne auf Fanpages an, da ich damit die Reichweite auf dauer erhöhen kann: Die Fans der Seite werden schließlich über neue Beiträge informiert, sehen den Post und klicken bei Interesse auf die URL.

Anreize schaffen und Likes kassieren

Natürlich funktioniert das nicht immer, denn nicht immer sind die Leute bereit auf „Gefällt mir“ zu klicken. Hier muss sich der Blogger bzw. Webseitenbetreiber etwas einfallen lassen, um die Leute zu dieser Aktion zu bringen. Bietet einen exklusiven Download an oder sorgt für exklusive Bilder. Seit der erste, der Screenshots von einem Game hat oder schreibt ein tolles eBook, welches ihr nicht für bares verkauft, sondern für ein Like. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Wer sich etwas gutes einfallen lässt, wird auch genug neue Likes für die Fanpage generieren.

Doch welche Plugins gibt es, die man für den „Like to Unlock“ nutzen kann? Nun, ich habe da mal eine Liste kostenpflichtiger Plugins aufgelistet, die für wenige Dollar bei CodeCanyon zu haben sind.

Natürlich sollte man immer bedenken, dass die Nutzer nach freischalten des Contents, der Videos oder der Downloads (oder sonstigem) den Like problemlos zurücknehmen können und solche Plugins viele Menschen verärgern können. Ihr solltet nun also nicht jeden Beitrag sperren, nur um mehr Likes zu bekommen, sondern das ganze als eine Art „virtuelle Bezahlung“ ansehen, als ein „Dankeschön“. Man kann die Scripte natürlich auch so erweitern, dass man den Nutzer eine Schaltfläche anbietet, auf die er klicken kann, wenn er den „Like“-Button nicht klicken möchte. So habe ich es gemacht. Bei einem Klick auf diese Schaltfläche wird der Content trotzdem entsperrt. Allerdings habe ich so weniger das Gefühl den Nutzer zu einem Like zu zwingen. Aber keine Angst: Viele Nutzer nutzen trotzdem noch den Like-Button ;-)

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14 Kommentare

  1. HIho Christian,

    ich sehe solche unlock-Lösungen auch sehr kritisch. Zumal ich mich selbst davon oft tierisch genervt fühle. Und ja, oft verzichte ich dann eben auf die Inhalte. Ganz schlimm ist das ja bei diesen FB-Apps, bei denen man dann zusützlich noch erlauben muss, dass sie an die eigenen Pinnwand posten dürfen.

    Deine Lösung mit dem zusätzlichen Button finde ich sehr sinnvoll und professionell. Das schafft Vertrauen, indem es den Besucher nicht bevormundet und ihm die freie Wahl läßt.

    Noch ein weiterer Aspekt: Man könnte einen Like-Zwang ja auch so interpretieren, dass der Inhalteanbieter seinen eigenen Content nicht für empfehlenswert hält. Deshalb muss er seine „Fans“ dazu zwingen(!).

    Beste Grüße aus Aachen
    Ansgar

  2. Hallo Christian,

    also ich muss sagen das ich so etwas grundsätzlich nicht machen würde. Ich persönlich halte nichts davon jemand einen „Like“ aufzuzwingen. Aber leider sind solche Methoden heute ja gang und gäbe.

    Da könnte der Content noch so gut sein, ich würde nie und nimmer Liken nur um den Content zu sehen.

  3. Danke für eure beiden kritischen Kommentare, aber es muss ja nicht primär um den Content gehen, sondern kann sich auch zum Beispiel um ein selbst verfasstes eBook drehen, welches man zum kostenlosen Download anbietet. Wie im Artikel beschrieben: Ich zwinge niemanden den Button zu drücken, sondern biete auch eine alternative an die Sperre aufzuheben, indem man auf die andere „Ich möchte nicht-Liken“-Schaltfläche klickt. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, wie zum Beispiel ein Counter, der herunterzählt. Eines der genannten Plugins unterstützt dieses sogar vom Hause aus.

  4. Hab mir heute das Plugin oben ( http://codecanyon.net/item/like-2-unlock-for-wordpress/2858703?WT.ac=category_thumb&WT.seg_1=category_thumb&WT.z_author=OnePress?ref=zweidoteins ) geholt und bisschen probiert, bisher sind 40 Besucher gegangen ohne zu liken :D

    Naja, sind halt am gucken was es bringt und denke da kann man auch mal zum reinen testen 10$ investieren. Bei uns war der Content so, dass oben der komplette Text gesehen werden kann aber eine Tabelle (auf die alles optimiert ist) nur sichtbar nach Like… .

    Mal abwarten was bei rauskommt, danke aufjedenfall für den Artikel! Dachte sowas gibt es noch nicht als Plugin.

  5. Danke für die Zusammenstellung der Plugins. Ich finde die Methode soweit Ok solange die Seite im allgemeinen einen seriösen Eindruck macht. Wenn ich nur neugierig auf den Content hinter dem „Button“ bin und mir der Rest der Seite nicht zuspricht, tue ich mich auch schwer diese mit meinem Persönlichen Account weiter zu empfehlen. Eine gute Alternative (neben deinem ich möchte nicht liken button) wäre eine Auswahl von unterschiedlichen unlock Methoden. Zum Beispiel Bookmarks, Like, Tweet, +1, sinnvolles Kommentar?, …..
    Aber wie gesagt sollte das Gesamtbild des Projektes stimmen um die Hürde zu nehmen.
    Beste Grüße, Wojciech

  6. Henry: Man sollte natürlich nicht erwarten, dass man mit 40 Besuchern auch 40 Likes bekommt. Man darf nie vergessen: Der Content stimmt nicht immer mit dem Überein, was die Leute überhaupt suchen. Ich habe in den letzten 2 Tagen von 15.000 Besuchern mehr als 400 Likes bekommen. Eine beachtliche Zahl, die doppelt so hoch ist wie die Gesamtzahl der Likes, die ich vorher hatte.

  7. Super Beitrag ersteinmal,

    Ich finde diese Methode eigentlich ok, aber nur wenn der Inhalt dann auch dem „kunden“ gefällt. Wieso sollte ein Nutzer nicht gefällt mir drücken wenn ihm der Inhalt doch gefällt. Gut man kann es im Voraus nicht sagen aber naja man weiß nie was passieren wird. Es ist schon ein wenig nervig geworden denn langsam übertreiben es die Leute, egal wo man gerade ist (im Internet) immer muss man alles mit Facebook, Twitter oder G+ verbinden. Meistens muss man dann halt auch liken um beim nächsten schritt alles zu teilen bis man dann endlich am Ziel ist. Aber solange es nicht übertrieben ist oder sogar nervig ist finde ich die Methode mit den Likes nicht schlimm den mann kann den Like auch immer sofort wieder entfernen.

    LG Marvin

  8. Toller Artikel, man kann immer noch etwas lernen! Das mit dem zweiten Button gefällt mir gut und ist eine gute Lösung. Bislang habe ich Abstand von solchen Methoden genommen, denn ich möchte auch nicht gezwungen werden einen Like-Button zu klicken, zumal es auch noch User gibt, welche keinen Facebook-oder Twitter-Account haben. Das mit dem zweiten Button zu realisieren, kommt dann eher einer Erinnerung für den User gleich – nach der Art: Halt, ein Liken tut nicht weh!

  9. Interessanter Artikel genau sowas habe ich gesucht, ich finde die Idee für Downloadseiten nicht schlecht ich war schon kurz davor das ganze selbst zu Programmieren hab aber die ein oder anderen Probleme mit der API von Facebook :D

    Imprinzip hasse ich auch solche Inhalte aber in diesem Fall denke ich mir einfach, wenn andere es genauso machen wieso nicht.
    Ist für EBooks sicherlich sehr interessant :)

    Beste Grüße
    franz

  10. Ich finde das super. Man muss dann aber beachten, dass es sich um eine Art virtuelle Währung handelt. Ich finde überhaupt kein Problem dabei teile des contents gegen ein virtuelles Dankeschön freizuschalten. Für den meisten Contentn bekommt man keine Bezahlung. Und wenn ich so oft höre Raffgier, … dann muss man auch berücksichtigen, dass das Gegenteil von Gier das Schmarotzen ist.

  11. Ich schließe mich dem Markus an .
    Wenn man schon kein Geld dafür bekommt , dann wenigstens ein virtuelles Dankeschön.

    Lg Gent

  12. Ich finde, bei dem Ansatz muss man vorsichtig sein: der Sinn einer Empfehlung ist es ja, etwas weiterzugeben, das man selber gut findet und teilen möchte. Wenn man nun theoretisch einen Inhalt empfehlen „muss“, bevor man ihn überhaupt beurteilen kann, wird dieses Konzept etwas ad absurdum geführt. Die Idee mit den exklusiven Downloads oder Bildergalerien zu einem Artikel finde ich aber gut – solche zusätzlichen Inhalte werden ja nur Leser in Anspruch nehmen, die den Content bereits gelesen haben und sinnvoll bzw. hilfreich fanden. Dann ist ein Like als Dankeschön für weitere Infos absolut angemessen.

    Grüße,
    Sebastian

  13. Ich finde vom Prinzip her richtig, als Gegenleistung für sinnvolle Informationen ein Like, Tweet, +1 oder sonstiges zu verlangen. Leider scheint es in Zeiten der Geiz ist geil-Mentalität schon so ein kleines Dankeschön zu viel zu sein :-(. Alles soll hochwertiger Content sein, aber bitte auch kostenlos.

    Was mich allerdings an den vorgestellten Lösungen stört, ist die Tatsache, dass sie bislang nicht mit dem deutschen Datenschutz harmonieren. Eigentlich müssten die Buttons erst mal vom Besucher „freigeschaltet“ werden, bevor man „liken“ oder sonstiges machen kann. Kennt jemand vielleicht eine Datenschutz-konforme Lösung?

  14. Sofern ich solch Like-Sperre sehe, welche sich nicht umgehen lässt, haue ich Firebug an, suche mir das Element, welches behindert und passe es entsprechend an, sodass ich den Content dahinter sehen kann. Aber dies auch nur bei Content, den ich wirklich lesen will. Lieber strafe ich ab und versuche, jene Seite umgehend zu verlassen und zukünftig zu umgehen. Sollte ich viele Wochen oder Monate später wieder mal auf diese Website wollen, schaue ich nach, ob sich was geändert hat oder ob das Like immernoch Praktik ist. Man soll ja eine zweite Chance geben ;-)

    Natürlich, ich als Marketer würde mir auch wünschen, für alles und jeden Rülpser Likes zu kassieren. Lieber sollte man jedoch mit guten Inhalten begeistern, wo der Besucher freiwillig klickt und am Ball bleiben will. Dies hat doch wesentlich mehr Wert für ein Business. Lieber habe ich etwas weniger begeisterte Zuhörer, welche meinem Edgerank etwas bringen, statt 1000 erzwungene „Schlaftabletten“.Grüße von mir!.

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