Kumpelhaft oder Professionell? Sie & Du in der Blogosphäre

Nach einigen Freitagen an denen ich nicht am Webmasterfriday teilgenommen habe, möchte ich dies mal wieder tun. Auch wenn heute mein Geburtstag ist, möchte ich mir dennoch die Zeit nehmen, zu einem interessanten Thema meine Meinung zu schreiben. Mit dem Thema „Du oder Sie? Verändern Blogs die Umgangsformen…“ hat das Team vom Webmasterfriday mal wieder ein gutes und sehr interessantes Thema aufgegriffen, welches ich selber jeden Tag erlebe. Mir wurde als kleines Kind beigebracht, das ich deutlich ältere Personen, die mir das „Du“ nicht angeboten habe, grundsätzlich Siezen soll.

Erst gestern hatte ich von der Ausbildung aus einen Benimmkurs, bei dem uns die Knigge näher gebracht wurde. Obwohl ich dachte, das ich mich zu benehmen weiß, gibt es doch einige Gebiete, auf denen ich noch etwas gelernt habe. Das Siezen zählt aber nicht dazu, denn ich Sieze grundsätzlich erstmal jeden, der Ranghöher gestellt ist oder einfach nur deutlich älter ist. Sobald mir das Du angeboten wird, lege ich das Siezen ab.
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Geschäftlich

Da ich unter anderem mit meinem Blog ein wenig Geld verdiene, bleibt der Kontakt zu potenziellen Geschäftspartnern nicht aus. Egal ob es sich um ein Text-Review, eine Werbeflächen-Buchung oder nur um ein Zugang für ein SEO-Tool handelt, sind es fremde Leute mit denen ich per Telefon oder E-Mail Kontakt habe. Alleine aus diesem Grund Sieze ich. Doch es gibt da den einen oder anderen Unterschied: Wenn man auf mich zu kommt und mich im ersten Kontakt schon duzt, duze ich zurück. Da ich persönlich nichts gegen das „Du“ habe, kann man mich auch gerne so anschreiben oder mich am Telefon duzen.

Es gibt bestimmt einige Leute die es nicht mögen gesiezt zu werden, andere aber per Du ansprechen. Daher schreibe ich in meiner ersten Antwort auch immer voraus, ob das „Du“ okay ist. Wenn nicht, dann ist es eben so. Schreibt mich eine Person mit „Sie“ an, erhält er das gleiche auch zurück.

Unter Bloggern

Als Blogger habe ich natürlich auch viel Kontakt zu anderen Bloggern. Da finde ich das „Du“ total angemessen. Ich habe bisher auch noch niemanden kennengelernt, der ein „Sie“ von mir hören wollte. Meiner Meinung nach herrscht in der deutschen Blogosphäre ein sehr Kumpelhafter Umgang, welchen ist sehr genieße.

Man kann das Thema mit Arbeitskollegen vergleichen. Ich zum Beispiel duze jeden Arbeitskollegen, mit dem ich auf einer Abteilung arbeite. Letztendlich sind wir gleich gestellt und Arbeitskollegen. Und für mich ist es ganz normal, einen Arbeitskollegen zu duzen. Ranghöhere Mitarbeiter (Meister, Techniker, etc..) werden von mir aber gesiezt. Solange, bis sie mir das Du anbieten. Blogger sind für mich also wie Arbeitskollegen.

Auswirkungen auf das „reale Leben“

Ich bin der Meinung, das diese Umgangsform zwischen Bloggern viel mit dem realen Leben zu tun haben. Dies kann man – so denke ich zumindest – sehr gut aus dem Beispiel mit den Arbeitskollegen entnehmen. Die Umgangsform zwischen Bloggern und Geschäftspartner hat für mich aber wenig mit dem realem Leben zu tun. Ich habe Geschäftskontakte, die ich duze. Und das seit dem ersten Kontakt. Sowas würde mir aber nie im realen Leben in den Sinn kommen, das ich potenzielle Geschäftspartner (oder die es schon sind) duzen würde.

Der Sinn des Unterschieds zwischen „Du“ und „Sie“ liegt für mich in der Distanz und dem Respekt. Wenn ich jemanden Duze, stelle ich ihn zwar nicht direkt gleich mit mir, aber ich signalisiere damit, das ich zwar Respekt vor der Person habe, jedoch nicht so viel, das ich ihn mit „Sie“ anspreche. Ein „Sie“ ist in meinen Augen eine sehr höfliche Ansprache, die auch die Distanz zwischen einzelnen Personen gewährt.

Fazit

Auch wenn das „Sie“ manchmal zu hochnäsig klingen mag oder einfach nur Nervt: Es ist höflich, gewährt die Distanz und gehört einfach dazu. Ich selber würde mir ziemlich komisch vorkommen, wenn ich meinen obersten Chef auf einmal mit „Du“ anreden würde.

8 Kommentare

  1. Ob „Du“ oder „Sie“ ist immer ein Drahtseilakt. Ich handhabe es ähnlich und bewerte immer kurzfristig die Distanz bzw. den Anlass.

    Auf meiner berufliche Internetseite wird gewohnt „gesiezet“ – im Blog-Bereich der Seite habe ich allerdings in meinem ersten Blogbeitrag direkt auf die Anspracheform „Du“ hingewiesen:

    „Ich verwende innerhalb der Blogbeiträge als Anredeform das freundlich gemeinte “Du”. Es möge mir bitte jeder verzeihen, der sich hiervon im Lesen gestört fühlt. Keinesfalls ist dies als Respektlosigkeit zu verstehen, sondern spiegelt nur meine persönliche Verbundenheit zu diesen Themen wieder.“

  2. Oh, alles Gute zum Geburtstag. Ich brauche immer das Du, egal ob beim Bloggen, auf der Arbeit oder Privat. Meistens fahre ich damit gut, aber nicht immer! ;-)
    LG Nathanael

    P.S: Bitte oberen Kommentar löschen!

  3. Hey Blog-Kumpane,

    auch nochmal an dieser Stelle: Alles Liebe und Gute zum Geburtstag! :-)

    So, jetzt hab ich fast jeden Geburtstags-Channel durch ;)

    LG
    Jasmina

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