Wieviel Privatsphäre ist okay ?

Für die heutige Jugend, zu der ich übrigens auch noch Zähle, ist es ganz normal das Leben offen und für jeden Zugänglich zu leben. Auf Twitter werden aktuelle Ereignisse, Entdeckungen und Orte an denen man sich gerade befindet gepostet und auf Facebook ein dazugehöriges Fotoalbum veröffentlicht. Jeder soll sehen können was man heute erlebt hat. Auch unter Bloggern erlebt man diese Form der Null-Privatsphäre immer wieder. Ich selber bin ein Mensch wie jeder andere und möchte als Blogger nicht so unerreichbar und anonym wirken. Aus diesem Grund entschied ich mich auch persönliche Tweets über Twitter abzugeben, was meiner Meinung nach nicht weiter schlimm ist. Geht es jedoch in den zu persönlichen Bereich hinein, behalte ich diverse Dinge lieber für mich.

Privatsphäre für Blogger
Ob ein Blogger seine persönlichen Informationen preisgibt, hängt immer vom Blogger selber ab. Nicht jeder möchte unbedingt das sein realer Name im Internet auftaucht und dazu sämtliche Informationen aufgelistet werden. In diesem Fall werden Synonyme verwendet, die im Zusammenhang mit dem Blog immer wieder auftauchen. In meinem Fall spricht nichts dagegen das mein Name im Internet auftaucht, immerhin mache ich nichts verbotenes. Ich verwende auch in den Kommentaren anderer Blogs meinen Namen (allerdings nur den Vornamen). Ebenso auf Twitter und Facebook.

Die eigene Privatsphäre ist allerdings sehr wichtig und so sollte man aufpassen wo man sich anmeldet – vorallem wenn der richtige Name genutzt wird. Arbeitgeber und Kunden verwenden ebenfalls das Internet und werden gegebenfalls nach einem Googlen. Aus diesem Grund sollte auch immer drauf geachtet werden was veröffentlicht wird und was nicht.

Facebook Privatsphäre
Nein ich werde jetzt nicht nochmal auf die Privatsphäre-Einstellungen von Facebook eingehen. Dieses Thema wurde schon oft genug durchgekaut. Viel mehr möchte ich kurz darauf zu sprechen kommen wie man hier auf seine persönlichen Informationen aufpassen sollte. Ich zum Beispiel bin mit richtigen Namen angemeldet (Vorname und Nachname) und nutzte das Profil ausschließlich für Private Zwecke (Vernetzung mit Freunden, Austausch, etc..). Dann kam zweidoteins und der Account wurde auch für meine Social Media Maßnahmen genutzt. Mittlerweile habe ich in meiner Freundesliste nicht nur Freunde aus meinen Freundeskreis, sondern auch Kontakte aus der Blogosphäre.

Ich schätze mal das jeder weiss das der Account auf Facebook von mir mehr für persönliche Zwecke genutzt wird und das ich mit Freunden einen anderen Umgangston habe wie mit den Bloggern. Daher kann es passieren das meine Blogger-Kollegen ab und zu mal Nachrichten von mir lesen die sie nicht ansprechen. Darunter können auch peinliche Fotos oder Videos sein. Ich bin 20 Jahre, einem alter in dem man noch viel Quatsch macht und mit seinen Freunden um die Häuser zieht. Da können nunmal die ein oder anderen Fotos entstehen wo andere den Kopf schütteln. Wem sowas nicht passt, dem sage ich: Nehmt mich aus der Freundesliste.

Allerdings kann man sich auch selbst ins aus katapultieren. Mit einem falschen Satz kann zum Beispiel dafür gesorgt werden das meine Blogger-Kollegen ein falsches Bild von mir bekommen, meinen Blog nicht mehr lesen und mich auch nicht mehr verlinken. Das war es dann für mich. Aber soweit kommt es bei mir erst gar nicht. Wer nicht möchte das andere Blogger sehen wie man im wirklichen Leben ist und was man so in seiner Freizeit anstellt, sollte die Blogger nicht in die Kontaktliste aufnehmen. Oder besser: Ein extra Profil für den euch als Blogger erstellen.

Seelenstrip auf Twitter
Auf Twitter kann es genau so sein das man mit einer falschen äusserung viele Blogger-Freunde verliert. Nehmen wir mich mal wieder als Beispiel. Ich nutze Twitter eigentlich hauptsächlich zur Vermarktung meiner Blogposts, Retweeten anderer interessanter Artikel oder Tweets und zur Kommunikation mit anderen Bloggern. Wenige meiner Freunde nutzen Twitter, was es wieder einfacher macht darauf zu achten nichts falsches zu schreiben. Allerdings ließt man von mir auch viel aus meinem Alltag, zum Beispiel wenn es um meine Arbeit geht oder einfach darum wo ich gerade stecke und was ich erlebe. Oftmals lade ich auch ein oder mehrere Fotos hoch. Warum denn auch nicht ? Ich bin auch nur ein Mensch wie jeder andere auf Twitter. Jeder Mensch hat mehr als nur ein Interesse. Vielleicht habe ich und ein Follower die gleichen interessen, ich lade ein Bild hoch und schon entwickelt sich ein nettes Gespräch.

Einen Seelenstrip sollte man auf Twitter nicht begehen. Klar kann der ein oder andere helfen, aber die Mehrheit interessiert sich nicht dafür wenn jemand unglücklich verliebt ist oder mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Es muss nicht jede kleinigkeit veröffentlicht werden. Posts wie „Ich esse gerade Mais“ sind einfach sinnlos, nerven unnötig und sorgen dafür das man eventuell Follower verliert.

Fazit
Die Privatsphäre sollte geschätzt und geachtet werden. Unbedacht sich in einem Netzwerk anzumelden kann nach hinten losgehen. Ebenso unbedachte Posts auf Twitter oder Facebook. Wer sich für ein anonymes Blogging entscheidet, entscheidet sich für eine sehr starke Privatsphäre und wirkt auf die Leser unnahbar. Blogger die Informationen über sich Preis geben und mit ihrem Leben offener umgehen, wirken auf die Leser gleichgestellt, was oftmals für Sympathiepunkte sorgt. Wer aber jeden Tag detailliert auf Facebook oder Twitter bekannt gibt, selbst die langweiligsten Dinge überhaupt, eine Sorgen und Probleme veröffentlicht, wird der Masse mit der Zeit auf die Nerven gehen.

2 Kommentare

  1. Das Thema Privatsphäre ist ja zur Zeit viel diskutiert. Aber komisch daran finde ich immer wieder, dass man auf Google (Street View) herum-hackt, wo man nun wirklich nicht viel neues sieht (vgl. SightView) und gleichzeitig posten die Leute Bilder von Partys und machen auf Facebook&Co Seelen-Striptease. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man mit dem Thema bewusst umgeht und gerade junge Menschen lernen, die Medien richtig zu nutzen.

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