Virtueller Flashmob auf Facebook und die Macht dahinter

Als ich letzte Woche Dienstag auf Facebook vorbeischaute, fand ich die Meldung vor, das viele meiner Freunde ihre Profilbilder geändert haben. Bis dahin nichts besonderes. Facebook zeigt mir unter der Meldung aber 8 geänderte Profilbilder an, welche recht auffällig waren: Zeichentrickfiguren aus verschiedenen Zeichentricksendungen aus meiner Kindheit. Wiederfinden konnte ich zum Beispiel den Captain Tsubasa und Doug. Dann stellte ich mir die Frage wieso alle meine Freunde ihre Profilbilder auf Cartoon-Charaktere änderten. Und promt sah ich auch einen Eintrag auf meiner Pinnwand: Jeder soll doch bitte sein Profilbild bzw. Avatar auf eine Zeichentrickfigur ändern. Doch wo ist da der sinn? Patrick meinte, das es zu einem Projekt gehört, in dem man testen möchte, wie schnell sich sowas im größten Sozialen Netzwerk verbreitet und wie viele Leute dran teilnehmen. Anscheinend viele.

Der virtuelle Flashmob

Ich selber habe die ganze Aktion als eine Art Flashmob auf virtueller Ebene gesehen. Die Bilder sollte man nämlich am 18.11.2010 wieder herausnehmen. Da sich von meinen rund 400 Facebook-Kontakte sehr viele an diesem Flashmob beteiligten, kann ich annehmen das noch viel mehr Facebook-Nutzer ihre Profilbilder änderten. Daran sieht man mal, wie schnell sich eine solche Nachricht bzw. Aktion verbreitet und wie viele Leute lust haben, an sowas teilzunehmen.

Mit einer guten Idee lässt sich also eine sehr breite Masse für etwas begeistern. Da dies in kürzester Zeit passiert, kann Facebook unter guten Voraussetzungen eine perfekte Möglichkeit sein für seine Projekte zu werben. Sofern man es schafft die Masse in seinen Bann zu ziehen und für die Sache zu begeistern.

Das größte Soziale Netzwerk zu begeistern ist leichter gesagt als getan. Der Schwerpunkt bei dieser Aktion lag darin, das die Leute ihr Profilbild ändern sollte. Egal in was, Hauptsache es handelte sich um ein Charakter aus der Comic-Welt. Die Nutzer konnten sich also mit ihrem Bild auch identifizieren, und wurden zu nichts gezwungen. Ihnen blieb die freie Wahl des Profilbildes. In meinen Augen war das auch das Erfolgsgeheimnis hinter dem Flashmob. Allerdings wird das ganze auch nicht einfach so funktioniert haben. Denn: Damit die größte Masse zu einer Aktion gebracht wird, müssen Vorreiter her, die den anderen das vormachen. Also steckt meiner Meinung nach jemand dahinter der entweder zuerst seine ganzen Freunde dazu mobilisiert hat, oder eine Gruppe mehrerer Personen, die alle gleichzeitig ihre Bilder umgestellt haben, um aufzufallen und ein großes Netzwerk an Freunden zu erreichen.

Die Macht hinter Facebook

An diesem Beispiel, welchem ich mich übrigens nicht angeschlossen habe, sieht man, was für eine Macht hinter Facebook steht. Eine Kettenreaktion wurde ausgelöst, die bestimmt jeder Nutzer zu sehen bekommen hat. Schließlich gibt es kaum Leute auf Facebook, die keine Freunde haben. Schafft man es sich diese Macht zunutzen zu machen, hat man es geschafft. Man erreicht eine riesige Masse an Leuten (Facebook hat über 500 Millionen Mitglieder!), die in kürzester Zeit die Kette weiterreichen.

Habt ihr die Aktion auch mitbekommen und vielleicht auch Teilgenommen?

3 Kommentare

  1. Also ich fand die Aktion ganz cool und habe mich auch daran beteiligt.
    Extrem lustig wäre es, wenn Leute aus der Comic Branche dahinter stecken würden, dass wäre ein riesen Marketing Gag.

    P.S: Facebook hat 500+ Millionen Mitglieder und nicht nur 500 :b ;)

  2. Habe die Aktion auch mit Interesse verfolgt und es ist wirklich erstaunlich wie viele Menschen an sowas teilnehmen. Ein anderes Beispiel für solche „Flashmobs“ (der Begriff triffts echt ganz gut) sind z.B. die geheimen Aktionen zwischen Männern und Frauen um das andere Geschlecht neugierig zu machen und zu verwirren. Daran nehmen auch immer sehr viele teil.

    Eine gute Idee müsste man haben… ;)

  3. Als ich noch ein FB-Konto hatte, gab es solche und vergleichbare Aktionen auch schon ziemlich oft. Ich habe mich selten daran beteiligt. Einmal die „Marketing-Brille“ aufzusetzen und sich aus professioneller Sicht mit dem Thema zu beschäftigen, kann aber vielleicht eine erfreulich produktive Art darstellen, sich mit ansonsten m.E. lebenszeitfressendem Unsinn auseinander zu setzen. Interessanter Blickwinkel!

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