Ausführlich geantwortet: Torben Leuschner im Interview

Ich hatte das vergnügen mit dem 21 Jährigen Webentwickler Torben Leuschner ein Interview zu führen. Da Ralf ebenfalls ein Interview mit Torben hatte und dort sehr auf die jüngste Entwicklung von Torben eingeht, nämlich den Fokus CMS, dachte ich, das der Torben bestimmt noch mehr als nur sein CMS im Kopf hat. Also suchte ich passend zum Schwerpunkt meines Blogs einige Fragen heraus und bekam einen netten und bunten Mix an Fragen, die Torben Leuschner mit beantworten sollte. Das Interview ging relativ Fix, nicht einmal 24 Stunden brauchte der junge Webentwickler um die Fragen wirklich ausführlich zu beantworten. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Torben bedanken, welcher nicht nur ehrlich geantwortet hat, sondern auch so, das man was zu lesen hat und mir keine Einzeiler präsentiert hat. Nun aber zum Interview selber.

Interview mit Torben Leuschner

Hallo Torben. Vielen Dank das du dir die Zeit nimmst um meine Fragen zu beantworten.Ich denke, das dich einige meiner Leser schon kennen werden, stell dich aber trotzdem mal bitte vor.
Hallo Christian, vorweg danke ich Dir für die Einladung zum Interview – hat mich sehr gefreut! Mein Name ist Torben Leuschner, ich bin 21 Jahre alt und arbeite quasi Selbständig im Internet. Den Schwerpunkt stellt dabei die Webentwicklung und –programmierung dar, aber auch für SMM und SEO trudeln langsam aber sicher die ersten Aufträge ein. Auf meinen Blog schreibe ich über Webentwicklung, meine Erfahrungen als junger Selbständiger, aber auch über eigene Projekte und das Affiliate-Marketing.

Auf deiner Internetseite steht, das du freiberuflicher Webentwickler bist und hast auch schon einige Referenzen in deinem Portfolio. Ich würde von dir gerne wissen, wie du überhaupt an die Webentwicklung geraten bist.
Ich habe das große Glück (oder Pech) in einer Generation geboren zu sein, die unmittelbar mit dem Internet aufgewachsen ist. Bereits in frühen Jahren war ich von den Möglichkeiten des Webs begeistert und lernte die Vorteile schätzen. Und obwohl ich natürlich auch sehr viele Informationen aus dem Netz zog, war es für mich schon immer spannender, Inhalte hineinzustellen. So ging meine erste Webseite – selbstverständlich mit Frames und blinkenden gif-Bildchen – vor ca. sieben Jahren online. Irgendwie entwickelte sich daraus eine Leidenschaft und ich stellte relativ früh fest, dass sich mit wachsendem Wissen ein nettes Taschengeld dazu verdienen ließ. So konnte ich mit 16 die ersten Aufträge als Webentwickler annehmen – natürlich zu absoluten Dumpingpreisen. Einen Tag nach meinem 18. Geburtstag ging ich zur Stadtverwaltung und meldete mein Gewerbe an. Nach dem Abitur und anschließendem Zivildienst konnte ich im Juli letzten Jahres endlich(!) Vollzeit durchstarten!

Auf deiner Internetseite findet man auch alles deine Fähigkeiten, was wirklich beachtlich für dein junges alter ist. Verrätst du meinen Lesern denn, wie deine Kunden auf deine jungen 21 Jahre reagieren?
Komplett unterschiedlich! Mit einer großen Agentur aus dem näheren Umkreis arbeite ich beispielsweise schon seit drei Jahren erfolgreich zusammen – das Alter war nie ein Problem. Andere (vor allem „Handwerksbetriebe“ die nicht aus der Internetbranche kommen) reagieren da oft voreingenommener und setzen junges Alter gleich mit Unerfahrenheit. Viele erwarten auch niedrige Preise und sind dann doch etwas erstaunt, wenn ich meinen Stundensatz nenne. Zum Glück bin ich langsam in der komfortablen Situation, nicht mehr auf einzelne Aufträge angewiesen zu sein. Ich persönlich bin der Meinung, dies ist die größte Freiheit die man sich als Selbständiger erarbeiten kann. Wenn der Kunde meint ich wäre zu jung, hätte zu wenig Erfahrung oder wäre zu teuer, soll er sich jemand anders suchen.

Ich als Blogger bin natürlich auch über deinen Blog gestolpert und möchte dir erstmal ein Lob für diese erstklassigen Inhalte aussprechen. Vor einigen Tagen hast du ein Landing Page Template auf deinem Blog präsentiert, welches auf HTML5 basiert. Hast du dich schnell in das neue HTML5 einarbeiten können?
Vielen Dank für das Lob – kann ich nur zurückgeben! Die Frage ist schwierig, denn HTML5 besteht meines Erachtens zu 20% aus wirklich sinnvollen Neuerungen; die restlichen 80% sind eine Bündelung neuerer Web-Technologien in ein Paket und somit vor allem Hype. Wirklich sinnvoll finde ich die neuen HTML-Tags wie beispielsweise header, footer, section, article oder details. Wie vielleicht in dem einen oder anderen Blog-Artikel von mir durchgesickert ist, bin ich ein großer Fan von validem und semantischem Quellcode – da kommen diese Elemente natürlich genau richtig!
Man kann sich das so vorstellen: Inhalte im Web müssen sowohl für den Menschen als auch für den Computer aufbereitet beziehungsweise lesbar gemacht werden. Den Menschen die vor ihren Monitoren hängen ist es egal, ob um einen Textbaustein nun ein <div> oder ein <footer> steht. Eine Wertung der Informationen findet hier auf visueller Ebene statt – senkt man beispielsweise per CSS den Schriftgrad oder Kontrast, weiß das Gehirn, dass diese Information nicht so wichtig ist. Der Computer in Form eines Web-Crawlers hingegen weiß das nicht. Um Inhalte zu klassifizieren ist er auf die semantische Ausweisung seitens des Entwicklers angewiesen. Im Falle unseres obigen <footer>-Beispiels wüsste er also: Dieser Textbaustein gehört zum Fußelement der Webseite und ist dementsprechend von keiner großen Relevanz. Logisch, dass sich vor allem Google und Co. nach den neuen HTML5-Elementen sehnen. Schließlich erhalten ihre Crawler dadurch bald viel genauere Angaben zu den Inhalten auf einer Webseite. Ich kann zwar nichts belegen, aber objektiv habe ich bis jetzt sehr gute Erfahrungen mit HTML5 im Bezug zur Onpage-Suchmaschinenoptimierung gemacht.

Ein für mich sehr interessanter Bereich ist das Affiliate Marketing, wozu du auch selber Blogbeiträge veröffentlichst. Wie bist du genau zum Affiliate Marketing gekommen und woher hast du dir deine ersten Informationen zum Thema geholt?
Ich gebe ganz offen zu: Geld ist für mich sehr wichtig, also hat auch das Geld Verdienen einen hohen Stellenwert. Die Monetarisierung meiner Webseiten ist somit seit jeher ein großes Thema. Angefangen habe ich schon vor vielen Jahren mit Google AdSense – allerdings bis vor einigen Monaten immer ohne nennenswerten Erfolg. Für das Thema Affiliate-Marketing sensibilisiert wurde ich hauptsächlich durch Peer Wandigers Blog selbstaendig-im-netz.de. Dort bin ich fast seit Blog-Beginn Stammleser und verfolgte natürlich auch mit weit geöffneten Augen die Monetarisierung des Projektes.
Zusätzlich fand ich dann irgendwann den Weg auf eisy.eu und setzte dort meine Bookmarks. Ich kenne keinen anderen deutschen Blogger der mit seinen Artikeln einen dermaßen großen Mehrwert zum Thema Affiliate-Marketing transportieren kann. Vor allem der Premium-Bereich: Großes Kino! Momentan fehlt mir aber – vor allem wegen meiner Arbeit am CMS fokus – einfach die Zeit, den großen Durchbruch im Affiliate-Marketing zu schaffen. Auf meiner ToDo-Liste warten bereits zehn weitere Domains, die projektiert werden wollen… Aber das kennst du ja, gell Christian? ;-)

Im Affiliate Marketing nutzen viele Affiliates Landing Pages, die nur aus wenigen Seiten bestehen. Was bist du für ein Typ? Eher der Stand Alone Landing Page Typ oder der, der größere Projekte wie Communitys aufzieht?
Festgelegt habe ich mich da noch nicht. Ich denke experimentieren ist das wichtigste und auch unabhängig von der Konversion sollte jeder für sich einen Weg finden, den er gerne geht. Generell experimentiere ich jedoch bei Affiliate-Projekten eher mit einem normalen Seitenaufbau und bei AdSense-Landingpages mit einer einzelnen Seite.

Gehen wir weg vom Thema Affiliate Marketing und widmen uns der Suchmaschinenoptimierung. Du selber gibst in deinen Fähigkeiten an, das du über die Suchmaschinenoptimierung gut bescheid weißt und schon bei der Programmierung auf die Onpage Faktoren wert legst. Wie denkst du, wird sich die Suchmaschinenoptimierung in den nächsten Jahren entwickeln?
Interessante Frage. Hier würde ich wieder differenzieren zwischen Onsite- und Offsite-Faktoren. Zum Thema Onsite könnte ich mir vorstellen, dass Google noch strenger wird. Vor allem die vorhin angesprochenen HTML5-Elemente könnten eine große Rolle spielen und modernen Webseiten Pluspunkte einbringen. Auch wird ja derzeit die PageSpeed-Sau durchs Dorf gejagt; das Thema ist noch lange nicht vom Tisch. Viele Experten meinen die Onsite-Optimierung ist Tod oder würde in Zukunft immer unwichtiger werden. Ich sehe das anders: So lange die technische Grundlage für Besucher und Crawler nicht perfekt sitzt, muss man erst gar nicht mit dem Linkbuilding anfangen. Apropos Linkbuilding – hier dürfen wir wohl die größten Veränderungen erwarten. Es ist ja unumstritten, dass mittlerweile Tweets und Facebook-Likes ins Ranking einfließen. Mit dem +1 – Button plant Google eine eigene Social-Komponente. Hierbei handelt es sich meines Erachtens auch nicht nur um einen kurzfristigen Hype, sondern einer Neuausrichtung der gesamten Offsite-Suchmaschinenoptimierung weg vom stupiden Linkbuilding hin zu einer sozialen Wertung von Inhalten. Und auch wenn ich jetzt nur zitieren kann, so glaube ich, in Zukunft gilt immer mehr die Prämisse: GOOD content is king!

Da du selber Bloggst, nehme ich an das du selber auch Blogs ließt. Kannst du mir und meinen Lesern fünf deiner Lieblings-Blogs verraten?
Ist jetzt aber wirklich nur ein Auszug, natürlich gibt es noch viele weitere tolle Blogs auf denen ich sehr gerne lese:
– Bohncore.de
– Eisy.eu
– Karlkratz.de
– Selbstaendig-im-netz.de
– Whit3h4t.de

Twitter und Facebook sind im Online Marketing zu wichtigen und bedeutenden Kanälen gewachsen. Denkst du das sich der gesamte Social Media und Social Marketing Bereich in den kommenden Jahren verstärken wird?
Ich glaube die Antwort darauf habe ich schon fast zwei Fragen höher gegeben. Auch wenn sich die Plattformen wahrscheinlich immer in Rotation befinden werden und in zehn Jahren möglicherweise wieder ein anderes Netzwerk an der Spitze steht, so wird sich der Trend Social Media immer weiter verstärken – denn genau hier liegt das unfassbare Potential des Internets. Vor zehn Jahren war es noch weitaus schwieriger Menschen mit geringen technischen Kenntnissen über das Internet zu verbinden – in zehn Jahren wird es noch einfacher sein als heute. Aus diesem Grund wird auch der SMM-Bereich nicht an Stellenwert verlieren. Wenn gleich er sich verändert wird; und zwar Tag für Tag.

Wie wichtig sind denn soziale Medien für dich und welche nutzt du, um mit deinen Geschäftspartnern, Kunden und Online-Bekanntschaften im Kontakt zu bleiben?
Ich würde mich selber als wahren Social-Junkie bezeichnen: Twitter-Account, Facebook-Profil, Facebook-Fanseite, XING, LinkedIn, Google-Account, Youtube-Kanal und natürlich die gute alte Email. Networking ist alles ;-)

Mir fällt gerade ein, das du mal ein Kommentar auf meinem Blog hinterlassen hast. Jetzt möchte ich auch gerne eine ehrliche und offene Meinung von dir zu meinem Blog haben. Desweiteren würde ich gerne wissen, was du denkst wie die Zukunft von zweidoteins aussehen wird.
Deine Inhalte finde ich ausgezeichnet; sehr beeindruckt bin ich von deiner enormen-Artikel Frequenz. Respekt, dass du so ein Pensum schon über einen so großen Zeitraum durchgehalten hast. Wenn das so weiter geht, die Artikel nicht an Qualität verlieren und du einfach du selbst bleibst, glaube ich schon, dass Zweidoteins zu einem echten deutschen Top-Blog werden kann! Auf jeden Fall wünsche ich Dir auf diesem Weg alles Gute und weiterhin so viel Motivation! Da ich Dir aber auch nicht einfach nur Honig ums Maul schmieren möchte und du konstruktive Kritik erwartest, beurteile ich einfach das, was ich meines Erachtens am besten kann: Die Frontendentwicklung. Folgendes ist mir auf die Schnelle aufgefallen:
– H3-Überschriften Abstände anpassen (style.css L61): padding-top:15px;padding-bottom:0px;
– Fließtext-Lesbarkeit erhöhen (style.css L12): line-height:145px;
– (Veraltete) jQuery-Version wird zwei Mal geladen: Zeile 21 und 61

Das war es eigentlich auch schon. Ich hoffe das dir das Interview Spaß gemacht hat. Ich möchte dir noch die möglichkeit geben, das Interview zu beenden. Hast du noch was auf dem Herzen?
Ich danke dir nochmals herzlich für das nette Interview, welches mir sehr viel Freude bereitet hat. Gerne plaudere ich aus dem Nähkästchen und freue mich auf alte und neue Kontakte zum regen Informationsaustausch. Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass es mich freuen würde, dich nach deiner Ausbildung als „Vollzeit-Webworker“ wiederzusehen – Deutschland braucht mehr junge Selbständige! ;-)

6 Kommentare

  1. Sehr lesenswertes Interview – gute Fragen, kompetente Anworten. Insbesondere die Erfahrungen von Torben als junger Selbstständiger fand‘ ich interessant.

    Grüße aus Hamburg,
    Ralf

  2. Danke ihr beiden. Mir hat vor allem folgende Aussagen von Torben gut gefallen:

    Networking ist alles ;-)

    Das kann ich zu 1000% unterschreiben. Das ist wirklich das A und O! :-)
    LG Nathanael

  3. „Wenn der Kunde meint ich wäre zu jung, hätte zu wenig Erfahrung oder wäre zu teuer, soll er sich jemand anders suchen.“

    Klasse Einstellung!
    Und ein sehr gelungenes, ausführliches und informatives Interview, hat Freude gemacht, zu lesen.

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