SEO ist mehr als nur Kommentar-Spam

Jeder Blogger kennt das leidige Problem der Kommentar-Spams. Egal ob Russische, Englische, Deutsche oder sonstige Sprachen: Den Absender des Kommentar kommt es nur auf den Link an. Meistens werden die Kommentare in großer Stückzahl per Robot oder Script generiert, so das der Absender mit nur einem Klick an theoretischen 1000 Links gelangt. Wer seinen Blog pflegt gibt diese Spam-Kommentare natürlich nicht frei. Sehr oft finde ich selber in meiner Spam-Box Kommentare mit mehr als 10 Links im Kommentar-Text, oft mit netten Keywords gespickt und immer wieder sehr nervig. Mittlerweile erreichen rund 40 Spam-Kommentare täglich meinen Blog. Von diesen 40 sind einige aber auf raffiniert gemacht und mit einem kleinen und schnellen Text wie „Netter Blog, werde ihn Abonnieren“ oder „Schöner Text, leicht zu lesen“ verziert. Der Name des Absenders ist dann meistens das Keyword, welches ja mit der übertragenen URL den Link ergibt. Hier möchte der Absender also einen Keyword-Link abgreifen. Aber mal ganz ehrlich: SEO ist mehr als nur solche Spam-Kommentare.

Links sind nicht alles!

Links haben zwar immer noch einen großen Einfluss auf das Ranking einer Seite, aber Backlinks sind nicht der einzige Rankingfaktor, mit welchen Google das Ranking berechnet. Wie viele Rankingfaktoren es gesamt gibt, weiß niemand außer Google selber. Schätzungen gehen aber in den Bereich über 200 verschiedener Faktoren, die in den Google Algorithmus einfließen um das Ranking zu berechnen. Man sollte sich also nicht nur auf das Linkbuilding konzentrieren und die Blogs mit inhaltlosen Kommentare zu kleistern, sondern Google erstmal die SEO-Basics wie Content, Struktur, etc. bieten.

Kommentare Ja, Spam Nein

Über Kommentare zu meinen Artikel freue ich mich, über Spam jedoch weniger. Kommentare, die mir inhaltlich nicht wie Spam erscheinen, also einen Sinn ergeben, gebe ich gerne frei und veröffentliche ich, auch wenn der Link zu einer Landing Page führt. Kommentare dagegen, bei denen ich sofort merke das die nur für den Linkaufbau geschrieben wurde und inhaltlich weniger Qualitativ sind, gebe ich nicht frei oder ich bearbeite die URL raus. Kommentare mit einem Keyword-Link werfe ich grundsätzlich raus. Beobachtungen zufolge machen das sehr viele Blogger so, was ich persönlich gut finde, denn in meinen Augen sollte Spam grundsätzlich blockiert werden.

Achtet auch auf andere Faktoren

Bevor tausende Blog-Kommentare für den Linkaufbau geschrieben werden, würde es mehr Sinn ergeben, die eigene Seite erstmal Onpage zu optimieren. Sprich: Struktur, Content, Sitemap, Interne Verlinkung, die Bilder optimieren und eben alles, was zur Onpage Optimierung gehört. Anschließend kann sich der Offpage Optimierung widmen, was aber nicht heißt, auf Teufel komm raus nur Links in den Blog-Kommentaren zu senden. Versucht es doch mal mit anderen Linkquellen.

Andere Linkquellen als Blog-Kommentare

Klar locken die Blog-Kommentare sehr start, schließlich gibt es tausende Blogs, die man für bestimmte Keywords sogar noch in der Blogsuche von Google findet. Aber es gibt eben auch viele andere Linkquellen, wie zum Beispiel den guten alten Linktausch. Schaut euch doch mal die Konkurrenz-Seiten und die dazugehörigen Linkquellen an. Das könnten für euch auch potenzielle Linkquellen sein. Tauscht einfach mal Links, am besten nicht reziprok, sondern von A auf B, während B auf C oder eben C auf D verlinkt. Weitere Linkquellen sind Presseportale, Bookmarks, Social News Sites, Linklisten, Webkataloge und auch Artikelverzeichnisse. Ich mache es auch oft so, das ich über Google nach Blogs mit themenrelevanten Beiträgen suche und den Betreiber des Blogs einfach mal frage, ob es möglich wäre, einen Link auf meine Seite zu setzen. Vorteil hierbei ist: Der Link kommt direkt aus dem Content und meistens von einer Seite mit einer guten Linkpower. Wenn ihr mit dem Content auf eurer Landing Page oder was ihr auch verlinkt haben möchtet den Besuchern einen Mehrwert bietet, habt ihr gute Chancen, einen gratis Link zu erhalten.

Fazit

Kommentar-Spam ist blöd. Nicht nur für euch als Spamer, weil eure Kommentare oft nicht freigeschaltet werden und ihr tausende von Kommentare schreiben müsst um an eine Hand voll Links zu kommen, sondern auch, weil sie den Blogger nerven. Versetzt euch doch mal bitte in seine Lage und stellt euch vor, euer Blog würde mit tausenden von sinnlosen Spam-Kommentaren zugespamt werden. Also: Lasst es und kümmert euch um sauberes SEO und saubere Links.

10 Kommentare

  1. „… Kommentar-Spam ist blöd. Nicht nur für euch als Spamer, weil eure Kommentare oft nicht freigeschaltet werden und ihr tausende von Kommentare schreiben müsst …“

    Dafür automatisiert man das :)

  2. Hallo Christian,
    Was denkst du wie sieht es mit Foren aus?? Also klar soll man keinen Forenspam machen aber ich meine aus Sicht von Google.. erkennen die zwischen Foren Posts und Blog Comments wohl einen Unterschied??

  3. Ist ein spannendes Thema – vor allem, weil jeder anders wertet, ab wann ein Kommentar Spam ist. Manche reagieren ja schon allergisch auf Landing Pages – obwohl es doch logisch ist, dass jeder, der einen Blog betreibt, auch gerne möchte, dass der als Website präsent ist. Auch aus dem Grund, weil man ja Beziehungen zu den Personen knüpfen möchte, in deren Blog man kommentiert. Was ich hier nicht verstehe: Weshalb überhaupt eine Eingabemöglichkeit für die Website schaffen, wenn ich nicht will, dass sie hinterlassen wird? Diese Funktion ließe sich schließlich auch einfach abschalten.

    So wie du deine Kommentare handhabst, machen wir es auch, und das halte ich auch für den sinnvollsten Weg. Spam ist leicht erkennbar, wer sich mit dem Artikel auseinandersetzt, hat sich auch den Link auf seine Page verdient. Schließlich verliere ich nichts dadurch, wenn solche Kommentare freigeschalten werden – im Gegenteil.

  4. @David: Google wird wohl den Unterschied zwischen Foren-Beitrag und Blogpost kennen, ob die allerdings unterschiedlich gewertet werden, weiß ich nicht.

  5. Bei mir gibt es derzeit pro Tag ca. 5-10 Spam Kommentare. Schade finde ich, dass bei mir damit an den meisten Tagen mehr als doppelt so viele Spam- wie nicht-Spam-Kommentare ankommen.

    Naja, da kann man nichts machen. Bei mir filtert Antispam Bee (fast) alle Kommentare heraus.

  6. Guter Beitrag, Spam ist echt ätzend, krieg auch so durchschnittlich 5 Spam Kommentare pro Tag. Ich denke Linktausch und Co. bringen nicht viel wenn der Content nicht qualitativ hochwertig ist, wenn alle Besucher deine Posts langweilig finden braucht man auch nicht bei Google gefunden zu werden. Aber natürlich ist Linktausch eine schlaue Sache, nur müssen eben auch die anderen Punkte ;)

    @David:
    Ich glaube Forenposts bringen genau so viel, werden nur oft von den anderen Usern als Spam gewertet.

  7. Ist zwar ein netter Aufruf, aber glaubst du wirklich, irgendein Kommentarspammer interessiert sich dafür? Ich gehe eher davon aus, bei den Spammern handelt es sich um Programme, die fleißig versuchen ihre Links irgendwo zu platzieren. Bei menschlichen Kommentarspammern spielt schließlich die Zeit eine entscheidende Rolle. Und in davon überzeugt kein Spammer kann dies monatelang durchhalten in irgendwelchen Blogs sinnlose Spamkommentare zu platzieren. Da ist es doch effektiver die betreffenden Blogs per Mail anzuschreiben und um einen Link zu betteln.

  8. Ich finde dass Forenposts, wenn sie richtig eingesetzt werden, deutlich mehr bringen als comments.. vielleicht nicht unbedingt für das Ranking, aber auf jeden Fall für Traffic.. wenn man zb eine Frage im Forum mit einem Link zu einem Artikel oder so beantwortet..

  9. Ich denke das es die Kommentarspammer auch in Zukunft geben wird. Es wird einfach auch oft als Tipp irgendwo geschrieben um an Links zu kommen….

    Leider muss ich zugeben, dass ich zu Beginn meiner Blogger-Zeit und ohne SEO Kenntnisse fast alles freigeschaltet habe. Ich war glücklich, wenn ich einen Kommentar erhielt und wenn es nur: „Toller Artikel, das hab ich gesucht“, oder „Danke für den Beitrag“ war.
    Aber man lernt ja dazu und so filtere ich auch seit längerem alles raus was mir verdächtig vorkommt. (Muss man das eigentlich irgendwo reinschreiben, das man Kommentare nicht freischaltet oder URLs raus löscht?)
    Plugins wie Antispam Bee sind nicht schlecht, aber alles filtern die auch nicht raus. So bleibt einem leider immer wieder etwas Handarbeit übrig.
    Ich hab im Schnitt 10 Kommentare pro Woche die ich prüfen muss, das hält sich also im Rahmen. Bei größeren und bekannteren Blogs sind das sicher viel mehr.

  10. Wenn so was nur mal die Spammer lesen würden. In dieser Woche waren sie bei mir wieder sehr aktiv. Scheinbar ärgern nur wir Blogger uns drüber, die Spammer sind ganz heiß auf uns. Besonders interessant wird es, wenn man auf einer Dofollow-Blog Liste landet, dann kann es durchaus richtig heiß her gehen.

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