Negative-SEO: Out of the Box kaufen

Das Thema Negative-SEO ist ein Thema, mit dem sich SEOs schon länger beschäftigen, denn durch das Negative-SEO kann man gezielt die Mitbewerber mit „bösen“ Links beschießen und so von den Rankings abschießen. Negative-SEO – eigentlich klingt es doch ganz cool oder? Naja, aber klingt eben nicht fair. Das Problem: Man versucht mit dubiosen Mitteln den anderen die Rankings zu klauen, indem man diese einfach versucht von den vorderen Plätzen zu verbannen.

Angeblich soll Google solche Negative-SEO attacken erkennen, was mehrmals aus dem Hause betont wurde. Natürlich erkennt man nicht sofort alles auf den ersten Blick, dafür lernt die Suchmaschine aber und entwickelt sich weiter, um bald auch dieser bösen Art der Konkurrenz-Entfernung den gar auszumachen. Wenn Google die Attacke nicht erkennt, fliegt der Mitbewerber eben und man selber macht im besten Fall ein paar Plätze gut und rutscht weiter nach vorne.

Negative-SEO Out of the Box

Nachdem man schon die kuriosesten Geschichten gehört hat – wie zum Beispiel als ein Holzspielzeug-Onlineshop von der „Negative-SEO Mafia“ bedroht und erpresst wurde, ist mir heute etwas „kurioses“ passiert. Ich wurde im Skype von einer Person angeschrieben und anschließend angerufen.

In den Gespräch stellte sich heraus, es handelt es sich um eine Person, die im Ausland sesshaft ist, weil man sich in Deutschland nur noch über die hohen Steuern geärgert hat. Jetzt geht man via Skype auf Kundensuche. Was wird angeboten? Out of the Box Negative-SEO, also praktisch fertige Pakete die gebucht werden können, um die eigenen Mitbewerber abzustrafen.

Ein sehr interessantes Vorgehen. Auf meine Frage, wieso er das ganze denn für Kunden macht und nicht mit eigenen Projekten, erhielt ich eine typische Antwort: „Ich möchte auch anderen etwas geben und helfen, Geld zu verdienen“. Was ein Wohltäter. Ehrlich. Wollen wir nicht alle lieber anderen Helfen, statt selber Geld zu verdienen? Wer nutzt denn heute noch die Zeit, um seine eigenen Projekte zu betreuen, wenn er doch anderen Helfen kann.

Gegen Helfen ist ja nichts einzuwenden

…doch wenn man mir sagt, dass man keine eigenen Projekte hat, weil man schon genug Geld verdient hat, muss ich einfach nur noch laut lachen. Diese schlechten Verkaufstricks ziehen heute kaum noch. Man muss sich einfach etwas anderes einfallen lassen. Zumal ich mich frage, wieso man im Skype auf Kundenfang gehen muss? Mit einer ordentlichen E-Mail wäre es doch auch getan.

Wer muss schon seriös sein?

Seriös. Aha. Muss man das unbedingt sein? Wenn man Kunden fangen möchte, muss man das sogar. Man muss ja vertrauen aufbauen. Nicht umsonst sitzen bei großen Firmen Grafiker, die den ganzen Tag an einer ordentlichen und kundenfreundlichen Webseite arbeiten. Nicht umsonst lassen sich Unternehmen von verschiedenen Anbietern auf Sicherheit, etc. prüfen und bauen die Siegel in die Webseite ein.

Aber was mir hier geboten wird, ist total unseriös. Ich frage ich ja auch, wieso man – wenn man doch angeblich so viel Geld verdient hat – keine ordentliche Webseite auf die Beine bekommt und statt einer seriös wirkenden Unternehmens-Webseite lieber auf das WordPress-Standard Theme setzt, billige Call-to-Action Buttons setzt, nicht funktionierende Widgets in die Sidebar legt wirbt damit, dass sauberes SEO viel mehr Geld kostet als Negative-SEO?!

Naja, falls ihr in den kommenden Wochen eure Rankings verlieren solltet, könnt ihr euch sicher sein, dass ich nicht daran schuld bin, da ich dieses Angebot nicht wahrgenommen habe. Interessant ist aber zu sehen, welcher meiner Freunde auf Facebook deren Fanpage geliked hat ;) So long.

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7 Kommentare

  1. Tibor
    22. Mai 2013 at 07:19

    Es fehlt was Christian… praktisch die Masche. :)
    LG
    Tibor

  2. Christian
    22. Mai 2013 at 08:31

    Die Masche ist easy: Im Skype eine Anfrage senden, fragen ob man anrufen darf und dann anrufen. Total geil.

  3. Tibor
    22. Mai 2013 at 08:34

    ich meinte eher die negativ-seo-geschichte

  4. Christian
    22. Mai 2013 at 09:05

    Puh, da kann ich dir nix zu sagen. Habe es ja nicht gebucht.

  5. Frank
    22. Mai 2013 at 10:13

    Wär ja noch schöner, wenn Anbieter von negative SEO eine seriöse Website & Marketing-Strategie hätten… ;-)

  6. Benny
    14. Juni 2013 at 09:50

    Ohje, wer denkt sich denn sowas aus?! ist das überhaupt legal? Ich meine, man darf ja auch nicht einfach so anrufen und dann versuchen was zu verkaufen. Bzw. wenn die vorher „fragen“ ist das ja auch sowas… normal heißts ja nicht. „ich würde ihnen gerne negative seo verkaufen, dürfte ich sie bitte per telefon/skype/luftpost/rauchzeichen kontaktieren“ oder?

  7. Negativ SEO immer präsenter - Meine Erfahrungen | Bloggonaut.net
    14. Juni 2013 at 12:13

    […] Vor ca. einem Monat bekam ich dann einen Anruf von zwei dubiosen SEOs aus Südamerika via Skype. Man wollte mir Negativ SEO Pakete schmackhaft machen, die meine Mitbewerber regelrecht “zerstören” und komplett aus dem Index kegeln würden. Kein billiger Spam, hier wären richtige Profis am Werk. Nachdem ich mir Webpräsenz der “Schwarzhüte” mit den angepriesenen Angeboten näher angeschaut hatte (und dort überraschenderweise im Impressum eine in SEO-Kreisen bekannte deutsche Expertin entdecken musste) war ich doch schon leicht verbittert und habe das Angebot natürlich dankend abgelehnt. Ähnlich erging es meinem ehmaligen Co-Blogger Christian. […]