Google stoppt Street View in Deutschland

Google spielt sich als kleines Mädchen, zickt rum und stoppt das Projekt Street View in Deutschland? Nein. Google stoppt das Projekt nicht, sondern fährt weiter. Die mehrfach im Internet gelesene falsche Aussage, das Google das Projekt für Deutschland stoppt, ist so nicht richtig. Die Google-Autos fahren weiter quer durch Deutschland und fotografieren weiter wie bisher. Bis Ende Mai 2011 werden die Google-Auto auch weiterfahren und auch weiterhin fotografieren. Das einzige was Google vorerst nicht tut: Neue Bilder in Street View laden. Es gibt bisher keine neuen Pläne, neue Städte in das Projekt Street View hinzuzufügen, noch aktuell verfügbare Städte zu aktualisieren.

Die Google-Autos fahren weiter

Es steht also fest, das die Google-Autos weiter durch Deutschland fahren. Die Fotos, welche auf den Touren entstehen, sollen aber erstmal nur zur Verbesserung von Google Maps dienen, um dort weitere 3D-Modelle von Gebäuden einfügen und anzeigen lassen zu können, sowie Einbahnstraßen und Straßennahmen ersichtlicher zu machen. Vielleicht hat Google etwas vor, schließlich zeigte man sich bisher einsichtig, verpixelte auf Wunsch Häuser und besserte Street View in Richtung Datenschutz. Es kann aber auch sein, das Google gemerkt hat, das der ganze Aufwand, Gebäude zu verpixeln und der Ärger mit den Behörden, zu viel Geld kostet. Ein weiterer guter Einfall kommt von Martin, welcher sich auch gut vorstellen könnte, das Google den schwarzen Peter mal auf der anderen Seite sehen möchte.

Oder hat Google ein anderes Ziel?

Nun, ich könnte mir gut vorstellen, das Google auch ein anderes Ziel verfolgt. Schließlich gibt es da noch den direkten Konkurrenten, nämlich Bing, der Suchmaschine von Microsoft. Und die haben genau das gleiche vor wie Google, nur unter einen anderen Namen: Bing Streetside. Es ist also gut möglich, das sich Google erstmal zurückzieht, um die Datenschützer sich voll auf Bing Streetside konzentrieren lassen zu können. Bing gab nämlich an, das Betroffene Personen schon vor Veröffentlichung ihrer Daten im Internet, ein Recht zum Widerspruch haben müssen, um zu Verhindern, das Bilder ihrer Häuser im Internet veröffentlicht werden. Natürlich setzte sich auch hier der Datenschutz direkt ans Werk und kündigte an, die Veröffentlichung der Bilder zu untersagen, da die Widerspruchsmöglichkeit nicht ausreichend sei.

Im Falle einer kompletten Untersagung zur Veröffentlichung der Bilder wäre das natürlich ein Erfolg von Google, denn so hat man sich erstmal ein wenig Luft verschafft. Was das Google bringen könnte, außer natürlich, das auch Bing zur Kasse gebeten wird, ist unklar. Vielleicht geht es Google aber auch nur ums ausschalten der Konkurrenz. Wer weiß.

Weitere interessante Inhalte

6 Kommentare

  1. Georg
    11. April 2011 at 18:32

    Ich fände es sehr schade, wenn dieses Projekt gestoppt werden würde… Warum auch?

  2. Die Woche im Datenschutz (KW15 2011) | Externer Datenschutzbeauftragter Bayern
    11. April 2011 at 21:26

    […] in das Projekt Street View hinzuzufügen, noch aktuell verfügbare Städte zu aktualisieren. Mehr… | | | […]

  3. Ferdinand
    12. April 2011 at 15:31

    Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht ganz, dass Bing auf diesen Zug aufspringen will – was soll das? Wird dort dann den Nutzern irgendein Mehrwert geboten? Ansonsten sehe ich keinen Anreiz als Nutzer, statt Google Streetview den Service Bing Streetside zu benutzen, sondern habe eher den Eindruck einer langweiligen Kopie. Wie peinlich…

  4. Florian
    12. April 2011 at 20:51

    Ich denke nicht dass das Projekt gestoppt wird Georg, da würde ich mir keine Sorgen machen.

    @Ferdinand: Mehrwert hin oder her. Bing will und muss natürlich mitziehen. Sieh es positiv, Konkurrenz belebt das Geschäft ;-)

  5. Cobra
    15. April 2011 at 13:04

    Ich verstehe nicht wirklich, warum manche Personen unbedingt ihr Haus verpixelt haben wollen. Schließlich kann man theoretisch einfach hinfahren und selber ein Bild von dem Haus machen. Macht ja keinen Unterschied aus. Von daher müsste es ja egal sein, ob jemand im Internet das Haus sich per Streetview anguckt. Dass diese Leute nicht ihr Haus in Maps verpixeln lassen, wundert mich.

  6. Datenwoche: Saarländischer Landtag, Speicherungspflicht, Street View, Datenschutz kurios, Videoüberwachung, Ärztliche Schweigepflicht, Betriebsrat-Computer | Das Datenschutz-Blog
    16. April 2011 at 18:04

    […] Die mehrfach im Internet gelesene falsche Aussage, das Google das Projekt für Deutschland stoppt, ist so nicht richtig. Die Google-Autos fahren weiter quer durch Deutschland und fotografieren weiter wie bisher. Das einzige was Google vorerst nicht tut: Neue Bilder in Street View laden. Es gibt bisher keine neuen Pläne, neue Städte in das Projekt Street View hinzuzufügen, noch aktuell verfügbare Städte zu aktualisieren. Mehr… […]