Flattr – Lukrative Einnahmequelle oder nur Müll?

Letztes Jahr war der Dienst Flattr ein geliebtes Thema auf vielen Blogs, die Flattr-Buttons sah man innerhalb kürzester Zeit, verschwanden dann aber langsam wieder. Flattr basiert auf das „Dankeschön“-Prinzip: Blogger die Flattr nutzen, bauen den entsprechenden Flattr Button auf ihre Seiten ein und warten auf Besucher, die ebenfalls Flattr nutzen und sich für den guten Content bedanken möchten. Für einen Klick auf den Flattr-Button gibt es keinen festgelegten Wert den man erhält, denn jeder Nutzer zahlt Geld auf sein Flattr-Account ein und bestimmt eine Summe, die er monatlich zur Verfügung hat um zu Flattrn. Wieviel Buttons er letztendlich drückt ist egal, denn jeder Blog, der „geflattrt“ wurde, bekommt den gleichen Anteil der festgelegten Summe X. Beispiel: Möchte der Nutzer monatlich zwei Euro spenden und klickt nur einmal einen Flattr-Button, bekommt der Blogger zwei Euro. Klickt der Nutzer aber zwei mal, bekommt der Blogger nur noch einen Euro. Der andere Euro geht an den anderen Blogger.

Es gibt noch viele Blogs, die einen Flattr-Button in ihre Seiten intigriert haben – Meiner zählte bis gestern dazu. Ich habe den Flattr-Button aus meinem Blog gezogen, weil kaum jemand flattrt. Es gibt bestimmt einige Blogs im Netz, die täglich hunderte Flattr’s erhalten, aber das ist eher der Einzelfall. Bei den richtigen Themen lohnt sich der Flattr-Button, bei manchen eben nicht. Ich habe festgestellt das sich der Button auf einem reinen Informationsblog, wie meiner es ist, nicht lohnt. Lohnen tut sich der Blog eher bei Blogs die News anbieten, oder besser noch: Die eine Meinung haben, die sich gegen irgendjemanden oder gegen irgendetwas lehnt, aber den meisten Flattr-Nutzern entspricht. Also sowas wie ein Kritik-Blog oder einer Kritik-Webseite.

Und selbst wenn man beispielsweise einen Kritik-Blog betreibt, der alles Öffentlich anfechtet, heißt das noch lange nicht, das man viele Flattr’s erhält und Flattr so zu einer lukrativen Einnahmequelle wird. Um Flattr zu einer lukrativen Einnahmequelle zu machen, braucht man unzählige Besucher, von denen ein großer Teil flattrt. Denn: Nicht jeder Besucher ist ein Flattr-Nutzer.

Selbst wenn viele Nutzer jeden Beitrag flattrn, bedeutet das noch nicht, das Flattr eine gute Einnahmequelle ist. Schließlich bekommt jeder Blogger den selben Anteil der Summe X, die vorher vom Flattr-Nutzer ausgewählt und eingestellt worden ist. Meistens handelt es sich nur um ein paar Euros die gespendet werden, die sich dann wieder auf viele Blogs verteilen. Letztendlich bleiben nur wenige Cent für jeden Blogger übrig.

Flattr ist für mich also nicht lukrativ und völlig uninteressant geworden. Ich glaube auch nicht das man damit genug Geld erwirtschaften kann, um nur die Hostingkosten zu decken. Man könnte mir jetzt vorwerfen, das ich Pay per View Werbung unter meinen Artikeln einblende, die auch nicht viel Geld einbringen. Diese Fläche, die dieser Banner aber beansprucht, kann gemietet werden und schon steigen die Einnahmen um ein vielfaches.

In meinen Augen ist Flattr nicht mehr als Zeitverschwendung – Es seih denn, man führt einen Blog mit täglich mehr als 10.000 Besuchern und davon ist der größte Teil Flattr-Nutzer. Ansonsten würde ich es keinem raten dem Flattr-Button einzubauen, denn mit jedem Blick in den eigenen Flattr-Account steigt der Frust wenn man sieht, das sich keiner bedankt. Ich selber werde mein aktuell vorhandenes Guthaben noch aufbrauchen und meine Flattr-Zeit dann beenden.

Bildquelle: Flattr Logo (c) Flattr

2 Kommentare

  1. Ich habe Flattr im letzten auch getestet. Meine Blogs waren damals sehr wenig besucht und ich rechnete nicht mit sehr viel einnahmen (womit ich auch richtig lag). Mehr enttäuscht war ich allerdings darüber, dass ich selbst so wenig zum flattrn kam. Ich wollte wirklich die Blogs welche ich regelmässig lese etwas belohnen. Jedoch musste ich schnell feststellen, dass fast niemand Flattr nutzte womit ich nur zu ca. 10 Klicks pro Monat kam…
    Schade eigentlich. Die Idee war ja ganz gut…

  2. Hallo Christian,

    ich sehe die ganze Sache genau wie du. Auch glaube ich nicht, dass sich die ganze Sache mit Flattr dauerhaft am Markt behaupten wird. Ich habe am Anfang noch sehr viele Blogs gesehen, die den Flattr Button integriert hatten. Und nun werden es immer weniger denn die möglichen Einahmen sind einfach viel zu gering.

    Grüße
    Marcel

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