Bloggergate ist auch nur ein Linkbait

In den letzten Tagen häufen sich Tweets und Blogbeiträge zum Bloggergate, einer Julian Assange ähnlichen Aktion, in dem streng geheime Dokumente – unter anderem Verträge – über Schleichwerbung in Blogs ans Licht gekommen sind. Sascha Pallenberg, Blogger für NetbookNews, bekam „brisante“ Dokumente zugeschickt, die „für einen ultimativen Tsunami in der deutschen Blogosphäre“ sorgen dürfte. Mit einem solch ähnlichen Tweet eröffnete Sascha Pallenberg den Bloggergate und setzte die Tsunami in Bewegung. Allerdings wusste zunächst niemand, worum es wirklich ging und nun endlich, nach der Enthüllung, fragt man sich, wo die Tsunami bleibt. Im Grunde geht es einfach nur um gekaufte Blogbeiträge, die zur Verbesserung des Rankings beitragen sollen. Nun aber das schlimmste: Die gekauften Blogbeiträge enthalten Keyword-Links.

Linkverkauf-Tsunami

Es ist lang nichts mehr neues, das man Blogbeiträge mit Keyword-Links kaufen kann. Es ist auch schon sehr lange bekannt, das solche zur Verbesserung des Rankings in den Suchmaschinen genutzt wird. Also Frage ich mich doch, was Sascha Pallenberg für eine Tsunami meint. Verwechselt er eine Tsunami vielleicht doch mit einer kleinen Welle?

Kurz zum Skandal: Ein „Schleichwerbenetzwerk“ hat den Namen vom bekannten Blog BasicThinking genutzt, um in Blogs Artikel zu kaufen, die dann mit Keyword-Links gespickt sind. Ich Fall vom glauben ab. Man kann Blogbeiträge kaufen? Ich dachte immer, die Werbung in Blogs wäre für gute Zwecke da und kommt gemeinnützigen Stiftungen zugute…

Sascha, der Superman der Blogs, hat die ganze Sache nun aufgedeckt und ist empört darüber, das man durch Verkauf von Blogbeiträgen Geld mit seinem Blog verdienen kann. Ich kann mich daran erinnern, das er immer derjenige ist, der den Bloggern erzählt das Bloggen ein Business ist und man viel Geld damit verdienen kann. Irgendwie möchte mir sein hin und her nicht einleuchten.

Bloggergate ist ein Linkbait

Diese ganze Enthüllung, ähnlich wie die von Julian Assange, ist für mich nicht mehr als ein Linkbait. Das man Keyword-Links kaufen kann, ist mir schon länger bewusst. Sascha sollte das auch bewusst sein. Mit seinem Enthüllungs-Beitrag hat er definitiv hunderte Links kassiert, darunter auch sehr, sehr gute. War die Enthüllung vielleicht nur als Linkbait gedacht? Das könnte ich mir gut vorstellen, immerhin möchte auch er weiterhin sehr gut in seiner Branche der Netbooks platziert werden und damit ordentlich Geld verdienen.

Fakt ist, das Sascha Pallenberg schon von Matt Cutts um ein Gespräch unter vier Augen gebeten wurde. Was dort besprochen wird, weiß niemand, ich kann mir allerdings vorstellen, das es dort um die Blogs gehen wird, die Geld für Blogbeiträge angenommen haben. Obwohl Sascha Pallenberg schon sagte, das er die Blogs Namentlich nicht nennen wird, kann man schwer davon ausgehen, das es früher oder später doch passieren wird.

Ein paar Zeilen an Sascha

Lieber Sascha, du als Business-Blogger solltest doch am besten wissen wie das Business funktioniert und wie man Geld verdienen kann. Gekaufte Blogbeiträge sind nichts neues und sogar mir schon länger bekannt. Nicht jede Welle die größer als 20cm ist, ist gleichzeitig eine Tsunami. Ich denke, das du mit deiner Enthüllungs-Story ein wenig zu hoch gepokert hast. Weiterhin glaube ich, das du nicht der neue Julian Assange bist und bitte dich, solche Tsunamis in Zukunft für dich zu behalten. Liebe Grüße, Christian.

Blogs monetarisieren

Ich habe vor Monaten mal einen Blogbeitrag geschrieben, in dem sich zwei Videos von Sascha Pallenberg finden. In diesen Videos geht es um die Monetarisierung von Blogs. Wenn gekaufte Blogbeiträge nicht zur Monetarisierung gehören, weiß ich auch nicht weiter. Wieso sollte man sich nicht ein wenig Taschengeld oder sogar seinen Lebensunterhalt mit seinen Blog verdienen? Oder sehe ich in deiner Enthüllung etwa Neid, lieber Sascha? Wurdest du nicht angeschrieben? Nun, dann war dein Blog wohl total uninteressant.

Wie dem auch immer sei: Zieht die Schwimmwesten aus, es wird keine Tsunami kommen. Hier wollte sich wohl jemand nur das Geld sparen und Links für Lau abgreifen.

Weitere Beiträge zur Bloggergate-Tsunami:

TagSeoBlog: Netbooknews riskiert Mega-Fail: Tsunami im Wasserglas

taz: Keyword-Spammer kaufen Beiträge

Nics Bloghaus: vom leichten Lüftchen, das als Sturm angekündigt war

SEO.de: Bloggergate – Von Einem der auszog einen Tsunami zu säen und der ein laues Lüftchen erntete

Netzpolitik: Interview: Sascha Pallenberg über Schleichwerbung in Blogs

Bildquelle: egal … © Petra E.

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7 Kommentare

  1. Frank
    28. Januar 2011 at 11:00

    „Wenn gekaufte Blogbeiträge nicht zur Monetarisierung gehören, weiß ich auch nicht weiter. “

    Ohne Worte! -.-

  2. Christian
    28. Januar 2011 at 11:18

    Dürfte ich Fragen wieso?

  3. DanielB
    28. Januar 2011 at 11:41

    Habe letztes Jahr ebenfalls von Pallenberg ein Video veröffentlicht und etwas dazu verfasst. Merkwürdig, dass er nun solche „Angst“ hat. Laufen ihm etwa Einnahmen davon? Wirft kein gutes Licht momentan auf ihn.

  4. Bloggergate 2011 – Pro & Contra | Meinungen zu...
    1. Februar 2011 at 19:17

    […] Zweidoteins […]

  5. Sascha Pallenberg
    2. Februar 2011 at 02:20

    Sorry, aber das ist echt ohne Worte. Gekaufte Blogbeitraege findest du ok? Was ist dass denn bitteschoen fuer eine Auffassung?
    Es gab, gibt und wird bei mir und Seiten die ich betreibe niemals gekaufte Blogbeitraege geben. Wer sich von der Industrie bezahlen laesst um ihr nach dem Mund zu reden, hat nicht begriffen was Blogging bedeutet.

    Nein? Ich bitte dich. Auf einen 30, 50, 80 Euro Link? Dafuer meine Seele verkaufen….
    Schade, dass du nicht begriffen hast, worum es bei meinen Aussagen zur Blog Monetarisierung wirklich geht und wie man nachhaltig Einnahmen erzielt. Deshalb wirst du wohl auch in Zukunft von derartigen Vermarktern angeschrieben werden und rein Einnahmetechnisch mit deinem Blog irgendwo zwischen „ich kann mir ein Eis kaufen“ und „mein Blog bezahlt mir meine Handy-Rechnung“ landen.

    Sehr schade!
    Erschreckend!

  6. Hannes Heilenkötter
    3. Februar 2011 at 20:11

    Ich persönlich denke redaktionelle Inhalte ungekennzeichnet zu verkaufen ist ein eher kurzsichtiges Geschäftsmodell.

    Ein Blog lebt dadurch, dass die User die Meinungen der Autoren interessieren und sie diese schätzen. Verkauft ein Autor seine Posts, verkauft er seine User.

    Dass sich das Thema aber (ohne Nennung von großen Blogs, die sich verkauft haben) nie zu einem „Tsunami“ entwickeln wird, war mit Ansage.