Transparenz und Ehrlichkeit deutscher Blogger

Wie uns immer wieder bewiesen wird, ist es im Internet ganz einfach zu Lügen und zu Betrügen. Jeder kann sich als jeder ausgeben und keiner kann es wirklich kontrollieren. Viele machen sich diese Möglichkeit zu schaffen, erstellen Webseiten und geben sich als junges, hübsches Mädchen aus, welches auf der Suche nach abenteuerlichen Treffen ist oder geben vor im Internet sehr viel Geld zu verdienen und locken die Besucher dazu überteuerte und nichtssagende eBooks zu kaufen. Mit solchen und noch vielen anderen Maschen ist es ganz einfach schnell Geld im Internet zu verdienen. Schließlich treiben sich Beispielsweise viele Lustmolche im Internet rum, für die eine Registrierung in diversen Single-Börsen ganz normal ist. Dem Betrüger bringen solche Herren einige Euros zusammen. Aber ist das unter deutschen Bloggern auch so? Gibt es dort auch schwarze Schafe die ein Produkt oder eine Webseite als sehr gut einstufen, obwohl es oder sie Schrott ist, nur um Geld Einzugsacken?

Deutsche Blogger und die Ehrlichkeit

Es gibt sie wirklich, die Blogger, die nicht ganz die Wahrheit sagen, nur um sich an den Lesern zu bereichern. Das schonmal vorweg. Ich selber habe aber die Erfahrung gemacht, das Blogger, die mit Leib und Seele bei der Sache dabei sind, ehrlicher sind. Das ist zumindest bei den Blogs so, die ich so verfolge.

Viele Blogs aber, beschreiben den größten Schrott als Gold und empfehlen den Kauf. Diese Blogs erkennt man größtenteils aber auch sehr schnell: Das Layout ist Grottenschlecht, die Schreibe des Blogger ist eine einzige Katastrophe und die Werbung überflutet den ganzen Content. Für mich sind das aber auch keine Blogger, für mich sind das ganz klar Betrüger oder Kinder, die versuchen die Gunst des Internets auszunutzen um sich daran zu bereichern. Mit Partnerprogrammen, Pay per Click- und Pay per View-Werbung lässt sich halt Geld verdienen. Leider finden diese Betrüger immer wieder Abnehmer und verdienen sich bis zu einigen hundert Euros.

Der Grund warum Blogger, die das bloggen ernst nehmen, meistens Ehrlicher sind, ist auch das Internet. Im Internet kann man sich mit den vielen Vermarktungsangeboten schnell einen Namen machen. Aber diesen auch, durch nicht durchdachte Aktionen – wie Lügen – schnell wieder zunichte machen. Das will man schließlich nicht riskieren, denn auch auf ehrliche Art und weiße lassen sich im Internet Geld verdienen. Zum Beispiel mit dem eigenen Blog.

Eine Nachricht das jemand sich durch Lügen die Taschen voll gemacht hat, wird schneller die Runde machen als eine Nachricht das jemand durch lange und harte Arbeit sein Geld verdient. Auf Twitter und Facebook werden in Sekundenschnelle so viele Leute erreicht, das die ganze Leserschaft und Blogger-Kollegen wissen, was Sache ist.

Die Transparenz unter deutschen Bloggern

Doch nicht nur das Thema Ehrlichkeit schwirrt mir durch den Kopf, sondern auch die Transparenz. Wie Transparent sollte man als Blogger sein? Ich für meinen Teil veröffentliche jeden Monat die Statistiken des Vormonats, weil ich meine Leser darüber Informieren möchte wie es mit meinem Blog aussieht. Ob sich die Besucherzahlen verschlechtern, verbessern und wie meine Einnahmen aussehen. Anfangs war ich mir nicht ganz sicher ob ich meine Zahlen veröffentlichen soll, letztendlich war ich aber dafür.

Der Grund dafür ist, das ich keine Anonyme Person sein möchte, die sich hinter seinem Blog versteckt. Es ist mir wichtig das die Leute mich als Menschen kennen und nicht als einen totalen Nerd. Ein weiterer Grund war der, das man Blogger-Neulinge ermutigt und ihnen zeigt, das kein Blog – oder sagen wir die wenigsten – von heute auf morgen eine riesige Leserschaft hatte und sehr viel Geld verdient hat.

Anderseits kann der Schuss aber auch nach hinten losgehen. Hätte ich Beispielsweise einen Blog, welcher von heute auf morgen tausende Besucher am Tag und im Monat mehrere Hundert bis Tausend Euro erwirtschaftet, könnte ich Neider haben, die Himmel und Hölle in Bewegung setzen würden, das mein Blog und ich darunter leide.

Es gibt viele Faktoren die dafür und dagegen Sprechen, welche ich jetzt nicht allesamt aufzählen möchte, da sich dieser Artikel mehr auf eigene Gedanken bezieht, als um sonst irgendwas.

Und was denke ich?

Ich persönlich finde es jeden Monat spannend wenn ich die Zahlen meiner Kollegen lesen darf. Es ist schön zu lesen wie sich Blogs, die man selber mit Interesse verfolgt, entwickeln und sich aufbauen. Wer meinen Blog ließt, wird ja auch schon gemerkt haben das ich immer ehrlich bin und mich sofort melde wenn mir etwas missfällt. Ein gutes Beispiel ist hier meine damalige Kritik an den Webmaster Friday. Jedoch sollten Gründe für schlechte Kritik genannt werden und niemand persönlich beleidigt werden. Damit schießt man sich nur selber ins Bein.

Was denkt ihr denn so über die Ehrlichkeit und die Transparenz deutscher Blogger? Schreibt doch einfach mal eure Meinung zu diesem Thema in die Kommentare.

8 Kommentare

  1. Ich denke viele Dinge sind eben wie Offline auch. Dort gibt es ebenso viel Lug und Trug, wobei man jedoch über die Jahre ein gewisses Gefühl dafür entwickelt hat, was stimmen könnte oder eben nicht. Im Internet haben dies jedoch viele noch nicht entwickelt und nehmen alles/vieles für bare Münze, was es einigen natürlich einfach macht.

    Ich persönlich halte die Ehrlichkeit und Transparenz unter deutschen Bloggern schon für recht hoch, denn die meisten Blogs sind auf Nachhaltigkeit ausgelegt und haben eben wie du sagst nichts von der schnelle Mark, wenn es dann doch deine Reputation zerstört. Sicherlich, man kann ja auch mal das eine oder andere nette Partnerprogramm ausprobieren, ob man dann aber unbedingt seinen Blog dafür vergewaltigen muss, sollte dann jeder selbst entscheiden.

    Und wie sagt Warren Buffett so schön:
    „Es dauert zwanzig Jahre, sich eine Reputation zu erwerben und fünf Minuten, sie zu verlieren. Wenn man das im Auge behält, handelt man anders.“

  2. Mich würde interessieren ob du meinen auch brav liest :P – Nein Scherz. Ich finde deinen Beitrag sehr toll und diese bekannte eBooks habe ich mir noch nie gekauft. Kenne die Problematik die du da ansprichst und halte die auch nicht für gut.

  3. Generell stimme ich Max zu und halte die meisten richtigen Blogger für ehrlich. Aber nicht jeder der WordPress oder ähnliches zur Publikation seiner Inhalte in Blogform nutzt ist auch gleichzeitig ein Blogger. Ein auf WP basierendes Artikelverzeichnis ist bspw. für mich kein Blog und der Betreiber kein Blogger. Da gehört mehr zu. Diskussion, Vernetzung, Austausch und gegenseitige Hilfe. In der anonymität des Internets gibts auch mehr als genug Leute die meiner Meinung nach nicht ehrlich sind. Schrott-ebook-Marketer bspw. die nur auf den schnellen Euro aus sind.

    Interessant finde ich dass (und wie) du die Veröffentlichung von monatlichen Besucherstatistiken und Einnahmen anführst. Ich und viele andere Blogger machen beides nicht, sind wir deshalb weniger transparent oder gar unehrlich? Ich gebe solche Infos ganz bewusst nicht raus. Jeder kann wissen wer ich bin, aber es geht meiner Meinung nach niemanden was an was ich verdiene oder auch nicht verdiene. In der Vergangenheit habe ich mich mit dieser Diskussion schon mehrfach befasst, Stichwort Neidgesellschaft. Auch Besucherstatistiken binde ich niemandem direkt auf die Nase. Die kann jeder der halbwegs Ahnung vom WWW hat auch anders nachverfolgen.

    Grundsätzlich ist es mir aber auch wichtig transparent und ehrlich zu sein. Als Blogger kann man sowas durch ein Impressum, Kommentare mit eigenem Namen, Gravatar mit Realbild und Co. erreichen.Detaillierte Blog-Statistiken können wohl auch dazu beitragen, aber sie haben in meinen Augen auch zu viele Nachteile.

    LG Piet

  4. Schließ mich in gewisser maßen Piet an!
    Ein gelungener Artikel, Christian. Hast ja eine Menge dazu schreiben können :D

    Gruß
    Vincent

  5. @Piet: Ich habe nicht gesagt, das Blogger, die ihre Statstiken nicht veröffentlichen, unehrlich sind. Ich habe dieses Thema nur als Beispiel genommen. Natürlich kann man seine Ehrlichkeit auch anderes unter Beweis stellen.

  6. Hallo,
    ein guter Artikel, welcher zum Nachdenken anregt. Dabei bin ich selbst ungerne ein gläserner Blogger. Es reicht schon, dass wir gläserne Bürger sind ;-). Aber ansonsten bin ich schon dafür, dass man in seinem eigenen Blog und der Blogosphere authentisch bleibt und keine Pseudos verwendet. In manchen Privatblogs fehlt immer noch das Impressum oder steht „admin“ unter jedem Artikel. Wenn es aus Unwissenheit geschieht, ist es wahrscheinlich OK, aber absichtlich muss das nicht sein. Blogeinnahmen zu veröffentlichen, kann mit steigendem Erfolg auch Risiken hervorrufen. Wenn es um 20 Euro geht, ist das sicher jedem egal, aber wenn es mehrere Hundert Euro sind, dann fragt sich auch die Konkurrenz, ob da alles laut den Google-Webmaster-Richtlinien abläuft. Es muss so negativ nicht ausfallen, aber G. würde jedem Hinweis nachgehen, wenn es denn dazu kommen würde. Das und ein paar andere Neidreaktionen machen ein Blog kaputt und vernichten dem Blogger jegliche Inspiration. So nach dem Motto, selbst nichts erreichen können, dürfen andere also auch nicht. Das ist sehr schade, wobei auch sehr real geworden, auch im Internet.

    Authentisch sein und zu den Artikeln im eigenen Blog zu stehen, dürfte genügen ;-).

  7. Ja so ist das eben.. das Internet und im Prinzip auch die Blogger-Welt spiegeln am Ende all das wieder was auch in der realen Welt passiert. Da gibt es die Ehrlichen, die Unehrlichen, die Experten, die Enthusiasten, die Nerds, die Zurückhaltenden, die Schüchternen, die Haudraufs, die Gauner und Spitzbuben… usw. usw.
    Was die Tranzparenz betrifft so gehört für mich weder die Veröffentlichung der Besucherzahlen und Einnahmen dazu noch das Benutzen eines Fotos, beispielsweise als Gravatar. Das sollte jeder so halten können wie er will. Ich z.B. bin einfach noch nicht dazu gekommen einen Gravatar einzurichten… ist eben nicht wirklich wichtig für mich. Und wenn ich mal dazu komme wird es eher ein Fantasie-Logo oder sowas in die Richtung.
    Auch ist für mich ein Nick als Kommentar-Name vollkommen in Ordnung. Im Gegenteil, einen Nick find ich sogar passender, dann muss man nicht überlegen welcher der 25 Oliver’s denn nun kommentiert hat. :-) Und wer tatsächlich mehr erfahren möchte kann ja auch einen Blick ins Impressum werfen. Bei mir steht dort immer auch eine ICQ-Nummer, ich bin also für jeden interessierten nur einen ICQ-Chat entfernt.
    Um die Intention eines Blogs einzuschätzen ist für mich viel wichtiger das man beim lesen der Artikel merkt das sie nicht nur so dahingeschrieben sind. Nach jedem Absatz eine Werbung ist auch verdächtig und überhaupt… man merkt einfach ob ein Blog mit Leidenschaft und Interesse fürs Thema geführt wird oder nicht. Die Tranzparenz eines Blogs an speziellen Dingen fest zu machen halte ich für zu sehr über einen Kamm geschoren. Das Gesamtbild muss stimmen.
    Naja, am Ende wird da wohl jeder eine etwas andere Meinung haben… Aber so ist das eben, die Welt und die Meinungen sind bunt.. in diesem Sinne :-)

  8. Wenn man das Bloggen auf die ehemalige Form des „Tagebuchs“ zurückführt fallen viele zweifelhafte Seiten ja schon raus, die es in vielen Fällen nur auf Einnahmen durch Werbung abgesehen haben.

    Die Problematik dabei ist nur, dass der normale Mensch hier keinen Unterschied macht. Wer ein Problem mit seinen Fernseher hat, überträgt die negative Einstellung auf die gesamte Marke. Wer auf reinen Werbeseiten gelandet ist, überträgt auch dieses auf die gesamte Blogwelt.

    Ansonsten sehe ich das Problem eher in der absoluten Subjektivität bei vielen Beiträgen. Es wird für eine Seite Partei ergriffen, ohne die entgegenstehende Thematik auch nur zu hinterfragen. Schon die Zeitschriften und Magazine haben manchmal das Problem Objektiv zu sein und wählen gelegentlich den Weg der Einseitigkeit. Im Blogbereich ist dieses fast Alltag und manchmal sträuben sich mir die Haare wenn ich überlege welche Konsequenzen es hätte wenn die Forderungen wirklich umgesetzt werden.

    Wenn man anstatt nur seine aktuelle Meinung herauszuschreiben sich wirklich mal mit den Grundlagen, dem pro und contra, befassen würde, wäre es nicht nur für den Leser objektiver, sondern würde auch zu einem generellen Bildungsanstieg führen.

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