Jeden Tag einen Artikel – Über zwanghaftes Bloggen

Ein Blog, welcher regelmäßig neue Artikel postet ist nicht nur bei den Suchmaschinen gerne gesehen, sondern auch bei den Lesern, welche regelmäßiger vorbeischauen. Doch die Taktik jeden Tag einen Artikel zu schreiben wird auf dauer nicht funktionieren. Artikel benötigen Zeit und um genauer zu werden sogar sehr viel Zeit. Nach dem alltäglichen Berufsleben, welches – von den meisten zumindest – auch noch geführt werden muss, bleibt nicht mehr all zu viel Freizeit. Nicht jeder hat das Glück einen Arbeitsplatz mit Internetanschluss zu besitzen und dem Privileg diesen auch für private Zwecke nutzen zu können. Ich bin ein solcher Fall. Vom Beruf Industriemechaniker (in der Ausbildung). Ein Industriemechaniker braucht kein Internet weil er in einer Werkstatt oder Produktionshalle arbeitet und Maschinen repariert oder wartet. Wenn ich nach 9 Stunden Arbeit endlich nach Hause komme wartet neben der Hausarbeit auch noch mein Blog auf mich. Ich freue mich zwar jeden Tag aufs neue die Feeds zu lesen, das Social Web abzuchecken und zu sehen wie mein Blog wächst und gedeiht, doch leider fehlt auch öfters die Zeit. Ab und zu kommt es dann auch vor das man einfach keine Lust mehr hat und für den Rest des Tages nur noch faulenzt. Um den Blog frisch zu halten muss ich mich also zwingen Artikel zu schreiben und am Blog weiterzuarbeiten. Auf dauer kann diese Strategie nicht gut gehen, denn wer sich zwingen muss seine Texte zu verfassen, bekommt irgendwann die Null-Bock-Einstellung und wird sich innerlich auch dagegen streuben. Nicht selten endet es dabei beim Blogtot.

Inneren Schweinehund überwinden – Nein, Danke!
Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme ist meine erste Tätigkeit meistens den PC anzuschalten. Während dieser hochfährt mache ich mich frisch, mach mir einen Kaffe und suche nach Nahrung. Dann werden erstmal Feeds gelesen, Twitter abgecheckt und die unzähligen News gelesen. Anschließend werden die Artikelideen umgesetzt. Wenn ich allerdings keine Lust drauf habe, lasse ich es auch sein. Zwanghaftes Bloggen liegt mir nicht mehr. Ich habe gemerkt das Artikel die ich ohne Lust schreibe weniger Qualitativ sind. Ihr habt Glück, denn veröffentlicht habe ich diese nicht, da es mir immer früh genug auffiel. Wenn ich richtig heiß darauf bin einen Artikel zu schreiben, dann geht es rund und die Tasten fangen kurzer Zeit später an zu glühen.

Nicht nur das die unter zwang geschriebenen Artikel qualitativ schlechter sind, auch die Formulierung der Sätze leidet stark. Ebenso vergisst man gerne mal Details die wichtig für die einzelnen Leser sind. Und das wird eher nach hinten losgehen als meinem Blog helfen.

Blogger mit Burnout-Syndrom
Das Burnout-Syndrom sollte jedem ein Begriff sein. Meistens sind es ja die Menschen die unter dieser Krankheit leiden, die ständig erreichbar sein müssen und niemals abschalten können. Doch als Blogger an dem Burnout-Syndrom erkranken ? Ich sage: Das geht. Ein Blogger welcher sich auf einem Thema spezialisiert hat, wie zum Beispiel ich mit SEO und Social Media, muss ständig auf dem neusten Stand sein. Das erreicht man meistens nur wenn man konsequent das Web beobachtet und studiert. Es reichen also nicht mehr wenn man sich täglich zwei Stunden vor den Computer setzt. Ich selber verbringe übrigens mehrere Stunden, meist so fünf bis sechs Stunden vor dem Bildschirm. Dieses ständige Gefühl das man alles im Blog haben muss, nichts verpassen zu dürfen, führt zu pausenloses Arbeiten und verfügbar sein, das wiederum zum Verzicht von Entspannungsphasen, welches die ersten beiden Anzeichen für das Burnout-Syndrom wären.

Man sollte also aufpassen, das man den Blog mit Vorsicht genießt und nicht in einer art Sucht endet. Ein Blog kann also Gefährlich sein. Er kann uns ins soziale sowie körperliche aus schießen.

Lieber einmal die Woche über Jahre als täglich für eine Woche
Wer seinen Lesern etwas gutes tun möchte, sollte über lange Zeit regelmäßig Artikel veröffentlichen und nicht über kurze Zeit sehr viele. Nicht nur das die Arbeit stresst, sondern so verschießt man sein ganzes Pulver. Das Internet ist zwar in der Weiterentwicklung schneller als alle anderen Medien, allerdings sollte man nicht vergessen das es nicht jeden Tag etwas zu berichten gibt was zum Blog passt.

Sein ganzes Wissen und seine gesamten Informationen direkt innerhalb weniger Tage zu veröffentlichen könnte optimal für die Besucherzahl sein, allerdings dies auch nur für kurze dauer. Lieber binde ich meine Leser einmal die Woche an mein Wissen, das aber über einen längeren Zeitraum als das ich eine Woche traumhafte Statistiken vorweisen kann, welche nach dieser Woche aber wieder extrem in den Keller gehen.

Fazit
Einen Blog zu betreiben kann zum Burnout-Syndrom führen, muss es aber nicht und tut es in den meisten fällen auch nicht. Viele Blogger schätzen ihre Freizeit die sie haben und genießen diese auch. Immerhin können Leser auch mal ein oder zwei Tage warten bis sie den nächsten tollen Artikel lesen können. Den Blog also mit bedacht geführt kostet er zwar immer noch Zeit, die allerdings eine schöne Zeit sein kann.

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16 Kommentare

  1. DocGoy
    1. Oktober 2010 at 11:15

    Moin!
    Hmmm …
    Ich fürchte, das kann auch bei Twitter / Facebook / Foren / Games /Chats etc. passieren.
    Vielleicht sollte wirklich öfter hinterfragt werden: “Wie fühle ich mich jetzt gerade?”
    Ohne in eine esoterische oder “the secret”-Ecke abzurutschen, sollte alles trotzdem mit “positiver Energie” betrieben werden und eben LUST sein und nicht LAST.
    Selbst, wenn es mehr Beruf als Berufung ist, was man macht, es sollte möglichst trotzdem SPAß machen.
    In diesem Sinn: Viel Spaß beim Bloggen, Twittern, Spielen
    DocGoy

  2. Kinynix
    1. Oktober 2010 at 11:41

    Naja Ich finde es kommt immer auf den Blog an :) wenn man nicht so der Fan der großen Worte ist sondern so wie ich meißt nur coole Sachen (Videos, Links, etc.) bloggt, die man im Internet so findet, ist das nicht so schwer jeden Tag ein Artikel zu machen.

    Natürlich ist das anders, wenn man (so wie du) viel schreib, denn dann braucht man natürlich auch länger für einen Artikel.

    Im dem Sinne lass dich nicht stressen :)

  3. Oliver
    1. Oktober 2010 at 12:20

    Ein schöner Beitrag. Bloggen kann zur Sucht werden, ähnlich den Onlinespielen. Da muss jeder für sich selbst ein gesundes Maß finden.

    Ich denke, der Erfolgsdruck und der Zwang, täglich neue Artikel zu schreiben wird noch verstärkt, wenn man sein Blog auch auf finanziellen Erfolg hin ausrichtet. Das dies unter Zwang natürlich kein langfristiges Modell sein kann, sollte klar sein. Denn wie im Artikel schon erwähnt, leidet sonst Ratz-Fatz die Qualität der Beiträge und die Leser bleiben aus.

  4. Barbara Frolik
    1. Oktober 2010 at 13:54

    Hallo Christian, du sprichst mir aus dem Herzen. Wenn man beim Bloggen langfristig durchhalten möchte, darf man es nicht so weit kommen lassen, dass man ständig nur noch den inneren Schweinehund überwinden muss. Wenn man keine Lust hat, muss man sich auch mal eine Pause gönnen.

    Ich habe ebenfalls festgestellt, dass Artikel, die man unter Druck und ohne Spass schreibt, oft nicht gut bei den Lesern ankommen. Zwei gut recherchierte Artikel pro Woche können mehr bringen als fünf lustlose.

  5. Jasmina
    1. Oktober 2010 at 22:24

    Hi Christian,

    ein wahrer und schöner Artikel. Ich denke, dass dieses Thema gerade in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen hat, da es auch immer mehr “Berufsblogger” gibt – und die sind ja irgendwie dazu verdammt fast täglich neue Artikel zu schreiben. Einige Erfahrungen damit hat auch Peer im SIN-Blog diese Woche beschrieben, als er auf 3 Jahre SIN zurückblickte.

    Was Du zum Thema zu sagen hast, kann ich nur unterschreiben. Ich habe zwar meistens schon Lust täglich zu schreiben, aber auch nicht immer und in eigentlich allen Fällen habe ich es dann gelassen. Da gibt es dann halt mal Phasen wie im August, in denen es dann auch eine Woche mal ziemlich ruhig ist.

    Und – ein ganz wichtiger Punkt – die meisten Artikel unter Stress oder Zwang geschrieben, sind auch nicht so dufte.

    LG
    Jasmina

  6. Sylvi
    1. Oktober 2010 at 23:45

    Du sprichst mir förmlich aus dem Herzen. Ich gehöre eher zu denen, die unregelmäßig bloggen. Da liest man auf anderen Seiten Ratschläge wie “man soll Artikel auf Vorrat schreiben” oder mindestens einen Beitrag am Tag veröffentlichen.
    Okay, das kann ich gut nachvollziehen bei Blogs, die damit Geld verdienen und ich hatte mich selber auch (kurzzeitig) selber ein wenig diesem Druck ausgesetzt.
    Mittlerweile bin ich aber wieder zurückgerudert: ich schreibe keine Beiträge auf Vorrat, ich habe zwar Ideen im Hinterkopf, aber oftmals fliegen mir wiederum andere spontan zu und dann werfe ich alle Pläne über Bord.
    Ich finde für mich diese Art des Bloggens wesentlich entspannter und es macht mir auch mehr Spaß.

    Und wie Du gehe ich auch tagsüber arbeiten, zwar im Büro und auch mit PC, aber das ist ja kein Freibrief, sich privaten Interesen zu widmen. Und am Feierabend möchte ich mich nicht noch weiterem Stress aussetzen.

    LG Sylvi

  7. Mac
    2. Oktober 2010 at 11:52

    Hallo Christian,

    schöner Artikel – und ohne Zwang! Merkt man einfach und ja du hast absolut Recht! Jeden Tag Bloggen ist Arbeit, das verstehen die Meisten Anfänger nicht! Ich habe das auch mal eine Zeitlang probiert und dann habe ich Gott sei Dank rechtzeitig die Bremse gezogen und 4 Wochen Urlaub vom Blog eingelegt, sonst hätte ich ihn irgendwann zugemacht, abgeschossen! Und ich habe aufgehört über spezielle Themen zu schreiben, einfach alles was mich interessiert und anregt wird niedergeschrieben.

    Es soll Spaß machen! Und mir macht es das, wie sieht es bei dir aus?

  8. Thomas
    2. Oktober 2010 at 17:22

    Da kann ich dir zustimmen, obwohl ich mich da nicht ausnhemen möchte. Ich bin da im Moment in der Phase, wo ich jeden Tag einen Artikel veröffentliche und mir damit teilweise wirklich sehr viel Streß mache. Daher mache ich ja auch bald die Blogpause und dann sehe ich ja auch wie sich alles entwickelt und vielleicht trete ich danach auch etwas kürzer. Es ist ja nicht nur das schreiben von täglichen Artikeln. Es wollen ja auch Kommentare beantwortet werden. Man möchte andere Blogs lesen und Kommentieren. Emails müssen geschrieben werden. Werbeanfragen beantwortet und abgearbeitet. Recherche und die Pflege des Blogs (Seitenaufbau, Usage) kostet auch noch Zeit.
    An Themen würde es mir nicht mangeln. Nur an der Zeit. Es wäre auch nicht so schlimm, wenn jeder Artikel gelesen werden würde. Aber manche fallen unter dem Tisch, weil Sie einfach zu oft in Google zu finden sind und man dann auch erst auf späteren Seiten im Index steht. Damit hat man dann auch schon verloren.
    Die viele Arbeit ist auch ein Grund, wieso ich auch nur einen Blog habe. Es gibt ja noch die anderen extremen, die dann auch noch gleichzeitig mehere Blogs am laufen haben und dafür noch jeden Tag einen Artikel schreiben. Gleichzeitig aber auch noch arbeiten.
    Viele Grüße
    Thomas

  9. Alex L
    2. Oktober 2010 at 19:31

    Hallo,
    auch an mir geht dieses Thema nicht vorbei, was man an vielen nächtlichen Updates meinerseits erkennen kann. Ich glaube, das nennt man Workaholic, welchen Begriff ich ungerne verwende. Und auch die Sache mit dem inneren Schweinehund ist ebenso individuell zu behandeln. Es klingt jetzt vll. etwas schräg, aber der Erfolg holt sich seine Opfer selbst, wenn man es zulässt. Mittlerweile habe ich aufgehört, die Nächte durchzumachen, um zahlreichen Social News Portale und Bookmarking Websites abzugrasen und hier und da noch etwas einzustellen. Obwohl es funktioniert, auch wenn nicht langfristig gesehen, denn dieses ganze Bestreben auf die Kosten der körperlichen und geistigen Ausgeglichenheit geht. Da sind wir auch schon beim Burn-Out, wobei ja, ich kann da auch mitreden, da ja das bekannte BurnOut-Syndrom heutzutage in der schnelllebigen Zeit immer wieder zur Realität wird.

    Ich habe schon viele ähnlicher Blogartikel gelesen, kommentiert oder auch nicht und was mich angeht, muss ich nach über 2 Jahren Blogging die These mit einem Artikel täglich korrigieren. Es ist kaum noch zu schaffen, wenn man in Vollzeit arbeitet. Man möchte doch auch noch auf anderen Blogs präsent sein, die Updates in Facebook, Twitter und Co. checken und vieles mehr was uns in den Zeiten des digitalen Zeitalters zur Verfügung steht.

    Deinem Fazit kann ich folgen und auch zustimmen. Zwangshaftes Bloggen kann die eigene Stimmung bedrücken, muss aber nicht, wenn man als Webworker auch mal an die eigene Erholung denkt, indem man den PC startet und einfach mal nichts macht, vll. nur etwas Musik hört und sich ein paar Videos anschaut.

  10. Die 10 besten Blogposts der Woche #1 | Blog-Experiment
    7. Oktober 2010 at 10:45

    [...] später mal an den Punkt, an dem einen so schnell einfach keine neuen Ideen mehr einfallen und das Bloggen so möglicherweise zu einem Zwang werden kann, der einem gänzlich den Spaß an der Sache ni…. Genau diesem Thema widmet sich der Blog [...]

  11. Trinity
    12. Oktober 2010 at 11:14

    erstmal Hut ab! dafür, dass Du Vollzeit deinem Job nachgehst UND solch ein umfangreiches Blog schmeist!
    Ich kann mir vorstellen, dass gerade bei spezialisierten Blogs der Druck enorm ist.

    Wie machst Du das denn z.B., wenn Du über ein Thema berichtet hast in aller Ausführlichkeit und einige Tage später noch wichtige Informationen findest, die Du mit Deinen Lesern teilen willst? Sowas passiet mir ständig.

    Machst Du im Artikel ein “Update”? Oder eher via Kommentar? Vielleicht kann man den Druck ja ein Bißchen rausnehmen, wenn man regelmäßig updatet. Das macht doch deutlich, dass man den Finger immer am Puls hat –aber eben ohne den Anspruch, immer der Erste sein zu müssen.

    Würde mich über eine Antwort freuen.

  12. Christian
    12. Oktober 2010 at 11:20

    @Trinity: Ich Update dann einfach den Artikel. ;) Ich hoffe ich konnte helfen.

  13. Trinity
    12. Oktober 2010 at 11:31

    ich werde das in meinem eigenen Blog auch so machen.

  14. Compulsive Overeating Disorder Treatment | Uncategorized | Information about Penis Enlargement!
    15. Oktober 2010 at 10:40

    [...] Jeden Tag einen Artikel – Über zwanghaftes Bloggen | zweidoteins – Der SEO-Blog [...]

  15. Bloggerjob auf Bloggonaut.net zu vergeben - Blogosphäre - Bloggen, Bloggerjob, Blogging, Bloggonaut, Co-Blogger, Geld verdienen im Internet, SEO, Technik
    26. Oktober 2010 at 21:25

    [...] ich vollkommen akzeptiere. Ich finde es wichtig auch mal vom Computer weg zu kommen, immerhin kann zwanghaftes Bloggen zum Burnout-Syndrom führen. Jonas sucht also einen Co-Blogger. Das tolle am Bloggonaut ist, das er sich mit [...]

  16. Geraldine Göllner
    20. Dezember 2010 at 16:12

    Allgemein finde ich Blogs besser, die von mehreren Autoren betrieben werden. Das schafft verschiedene Perspektiven und die Aktivität des Blog ist höher – ohne dass sich jemand im Burnout verliert…

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