Die Trafficgeilheit von Bloggern

Besucher, Besucher, Besucher. Das ist das, worum es den meisten Bloggern geht. Wer nur wenige Besucher hat, ist schnell frustriert, gibt das bloggen auf oder wählt einen Weg, der einer alten und wackeligen Hängebrücke sehr ähnelt. Dieser Weg ist dann meistens der, das Blogger ihre Blogs mit einigen versteckten Schmuddel-Artikel schwemmen, um an Besucher über die Suchmaschinen zu gelangen. Freizügige Damen sind im Internet eben sehr begehrt und das haben auch die Blogger gemerkt. Das die Qualität des Traffics aber reinster Schrott ist, will niemanden interessieren. Für die meisten zählt eben nur das, was Google Analytics und andere Besucherzähler anzeigen: Hohe Besucherzahlen.

Traffic um jeden Preis steigern

Als ich meinen Blog startete, musste ich mich die ersten Monate mit 10 bis 50 Besuchern zufrieden geben. Für mich war das aber von Anfang an klar, schließlich hatte ich wenige hochwertige Links, kaum Follower auf Twitter, Fans auf Facebook und natürlich keine Rankings in den SERPs. Ich kann mich aber daran erinnern, das ich auch mehr Besucher wollte. Man sieht die Besucherzahlen der anderen Blogs und denkt sich, das man diese auch vorweisen möchte. Trotzdem habe ich mich für den richtigen Weg entschieden und habe meinen Blog frei von Artikeln gehalten, die nicht Jugendfrei sind. Heute, nach rund 10 Monaten die mein Blog nun besteht, kann ich auf Besucherzahlen blicken, die mich zufrieden machen. Dafür, das ich meinen Blog frei von Traffic-Artikeln gehalten habe, habe ich sehr qualitativen Traffic, welcher nicht nur für 10 Sekunden meine Webseite besucht um nach Schmuddel-Videos zu suchen, sondern das vorfindet, was man auf meinem Blog auch erwartet.

Wenn Neulinge der Bloggerszene den Traffic anderer Blogs sehen, haben sie meistens das große Geld vor Augen, welches man mit hohem Traffic verdienen könnte. Das hinter solch hohen Traffic, mit welchem sich auch Geld verdienen lässt, eine Menge Arbeit steckt, übersehen die meisten. Sicherlich sehen hohe Besucherzahlen sehr gut aus, doch wer seinen Blog mit vielen Traffic-Artikeln zumüllt, läuft irgendwann Gefahr, den Blog gegen die Wand zu fahren. Die Besucher mögen zwar noch kommen, das sind aber nicht diese, die sich für den eigentlichen Inhalt des Blogs interessieren.

Viele vergessen in ihrer Trafficgeilheit den eigentlichen Sinn des Bloggens. Dieser ist nämlich der, das man seine Meinung, seine Erfahrungen oder sein Wissen veräußert. Wer dies kontinuierlich tut, kann irgendwann sagen, das er sich einen Blog aufgebaut hat, welcher qualitativen Traffic vorweisen kann.

Traffic ist egal

Eigentlich könnte man sagen, das Traffic egal ist. Natürlich achten einige Werbepartner schon auf die Anzahl der Besucher, doch wer sich über Jahre gut hält, seinem Thema immer treu bleibt und seinen Blog sauber hält, kann auch mit geringem Traffic Werbekunden anlocken oder durch Affiliate-Marketing oder AdSense-Marketing Geld verdienen. Es kommt nicht darauf an wie viel Traffic jemand hat, sondern muss es nur der richtige sein. Diesen Satz sollte man sich merken – sofern man mit seinem Blog Geld verdienen möchte. Wer kein Geld mit seinem Blog verdienen möchte und aus reinem Spaß bloggt um seine Meinung im Web zu speichern, der kann auch mit wenigen Besuchern leben.

Wer haufenweise Traffic-Artikel veröffentlicht, verliert auch irgendwann das Vertrauen der Besucher und anderer Blogger. Schnell wird man in eine Schublade gesteckt, in der man gar nicht sein möchte. Man sollte sich also zwei mal überlegen, was einem mehr Wert ist: Traffic oder Vertrauen. Ich lege jedem ans Herz, seinen Blog frei von solchen Artikeln zu halten. Der Traffic ist weder qualitativ noch langanhaltend. Für einige Wochen mag der Blog zwar von Besuchern gestürmt werden, dann ist allerdings auch wieder Schicht im Schacht und die Besucherzahlen brechen drastisch ein. Wer seinen Blog sauber hält, kontinuierlich neue Artikel hinzufügt und den Blog pflegt, wird von Zeit zu Zeit immer mehr Besucher anlocken können.

Natürlich zählen nicht nur schmutzige Videos zu Traffic-Artikeln. Auch andere Themen wie aktuell zum Beispiel “Deuschland sucht den Superstar” werden oft genutzt, um die Massen anzulocken.

Bildquelle: aboutpixel.de / Haltestelle © Walter Christ

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7 Kommentare

  1. John
    22. Februar 2011 at 09:22

    Also ob der Sinn des Bloggens tatsächlich so genau zu definieren ist, wage ich zu bezweifeln. Es gibt ja auch Blogs, die vorwiegend Fotos “bloggen” oder sehr kurze, fast tweetähnliche Bemerkungen posten, die nicht in Deine Kategorien passen würden. Aber Deine Hauptmessage kann ich nur unterstreichen: lieber auf ein paar Trafficartikel verzichten und dafür authentische Posts schreiben – das bringt auf lange Sicht mehr.

  2. mySHA
    22. Februar 2011 at 10:35

    Ich habe bisher noch gar nicht über Schmuddelartikel nachgedacht. Vielleicht wäre das tatsächlich ne Möglichkeit, mehr Traffic zu generieren.
    Aber mal im Ernst: Natürlich freut sich jeder über Trafic. Aber im Zweifelsfall habe ich lieber weniger Besucher und dafür qualitativ hochwertige Diskussionen, als Schmuddelcontentbesucher und ein entsprechendes Niveau.

  3. Politwirt
    22. Februar 2011 at 11:22

    Im Grunde eine anschauliche Art und Weise den Slogan “Qualität vor Quanität” zu propagieren. Für eine langfristige Etablierung in seiner eigenen Nische ist das sicherlich der beste Weg. Und die Monetarisierung mit bspw. Affiliate Marketing geht auch nur mit zielgerichtetem Traffic. Ansonsten hat man in diesem Bereich ohnehin keine Chance.
    Gruß
    Jannick

  4. Dominik
    22. Februar 2011 at 13:13

    Sicher sind die Besucher wichtig! Denn für die schreibt man ja schließlich. Aber es ist schon richtig wenn du sagst das die Qualität stimmen sollte. Vor allem bringt es einem nichts wenn man zum Beispiel einen Schmuddel Artikel schreibt und einen guten Artikel, aber alle über eine Suchmaschine nur zum Schmuddel Artikel gelangen. Finden Sie das gesuchte nicht verlassen Sie die Seite wieder und der gute Artikel bliebt ungelesen.

    Guter Artikel!

    vg
    Dominik

  5. knoxer123
    22. Februar 2011 at 18:35

    Ich finde man sollte an erster Stelle immer uneigenützig handeln. Z. B. klar ich möchte mit meiner Facebook-Fan-Seite mehr Besucher erreichen, aber wenn ich den Besuchern beispielsweise Tipps für das Thema XY geben, dann wird der ein oder andere mich vielleicht seinen Freunden weiterempfehlen und somit kommt der Erfolg irgendwann von ganz alleine. Aber man sollte nicht versuchen zwanghaft Traffic zu generieren. :)

    Obwohl ich Traffic Artikel an sich nicht schlimm finde, wenn jemand über aktuelle Themen bloggen will, dann soll er es tun – man muss seinen Blog ja nicht lesen. Aber man kann auch Traffic Artikel mit Humor und Qualität schreiben und muss nicht versuchen unbedingt auf ein Keyword hinzuoptimieren. ;)

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