Die Gier nach Erfolg ist mit Konsequenzen verbunden

Erlebt man als Blogger mehrere Besucheranstiege und stellt fest das der eigene Blog langsam in Schwung kommt, möchte man mehr: Der Griff zum Ruhm scheint nicht weit weg und so kommt es das die Gier nach Erfolg überhand nimmt. Im Prinzip möchte jeder Blogger das selbe: So viele Besucher wie möglich. Zugeben möchte dies aber keiner. Wenn ich keine Besucher auf meinem Blog möchte, brauche ich auch keinen Blog; Das ist fakt. Viele Autoren merken aber das sie mit bestimmten Aktionen und Handlungen mehr Besucher anlocken können, was jedoch nicht immer auf dauer gut geht. Man versucht mehr und mehr und letztendlich wendet sich das Blatt: Die Besucher bleiben weg.

Die Gier
Es gibt verschiede Menschen: Die einen sind bescheiden und können mit wenig Leben. Die anderen jedoch sind genau das gegenteil, wollen immer mehr und sind bereit alles dafür zu tun. Um die letzteren geht es in diesem Artikel, denn in den letzten Wochen ist mir verstärkt aufgefallen was die Blogger nicht alles tun um ihre Webseite zu umwerben und so mehr Besucher abzustauben.

Auf Twitter zum Beispiel ist mir jemand in meiner Timeline aufgefallen welcher immer sehr interessante Überschriften aktueller News postete. Nachfolgend stand ein Link, bei welchem ich dachte das er zur Neuigkeit führt. Fehlanzeige: Man landete auf seinem Blog. Dazu muss man sagen das es sich um eine News über Özils transfer zu Real Madrid handeln sollte. Ich habe das verhalten des Bloggers beobachtet und muss leider sagen das dies nicht der einzige Faketweet von ihm war, es folgten in den kommenden Tagen unzähliche weitere.

Noch ein Beispiel sind Links in den Kommentaren, welche ich immer schnellstmöglich entferne. Ein Kommentar ist nicht dazu da um zu sagen das ich die gleichen News habe und auf meine Webseite zu verlinken. Kommentare haben die Funktion den Artikel um weitere Informationen zu ergänzen oder um seine Meinung zu sagen. Nebenbei kann man dann erwähnen das im eigenen Blog eine gleiche News steht, jedoch schreibt man kein Link dazu, denn der eigene Blog wird häufig schon über das Formular verlinkt.

Das sind nur zwei Beispiele von bestimmt hundert die ich nennen könnte. Das man mit seinem Blog etwas erreichen möchte ist selbstverständlich, denn niemand macht sich die ganze Arbeit ohne das es gelesen werden soll. Der Erfolg kommt mit der Zeit – Wenn er denn angebracht ist. Gute Blogs haben sich den Erfolg nunmal hart erarbeitet, was viel Zeit kostete. Ich behaupte sogar das erfolgreiche Blogger niemals Spam versendet haben.

Blogger die für ihren Erfolg alles tun würden, werden auf lange Zeit keinen nichts erreichen.

Definition Erfolg
Erfolg kann verschieden sein: Sehr viele Besucher, namenhafte Sponsoren, viele Kommentare oder einfach nur die Nummer 1 in den Google Suchergebnissen. Doch das eine kommt immer mit dem anderen: Bin ich in den Suchergebnissen ganz oben, bekomme ich viele Besucher, welche viele Kommentare schreiben. Habe ich viele aktive Besucher, werden auch die Sponsoren merken das sich hier eine optimale Werbefläche aufgetan hat.

Für die gierigen Blogger unter uns ist der Erfolg aber meistens nur hoher Traffic, also sehr hohe Besucherzahlen. Diese kann man mit Spam und Blackhat-SEO schnell erreichen, was ihnen allerdings nichts bringt, denn wenn ich täglich Spamen muss um meine Besucher zu bekommen, habe ich keine Zeit mehr Artikel zu schreiben.

Für mich selber äussert sich der Erfolg zwar auch durch Besucherzahlen, allerdings finde ich auch das man mit schon 50 Besuchern täglich großen Erfolg haben kann, denn wenn ich täglich ein Kommentar bekomme „Sehr schöner Artikel“ oder „Dein Blog ist klasse!“ bringt mir das mehr als 1000 Besucher am Tag die nur für 10 Sekunden auf meinem Blog sind. Viel lieber habe ich also einen geringeren Traffic mit mehr aktivität (Kommentare, Retweets, etc) als hohen, nutzlosen Traffic.

Erfolg kann aber auch Geld sein, denn ein Blog ist eine super Einnahmequelle wie uns viele Problogger monatlich beweisen.

Konsequenzen der Gier
Macht man etwas was nicht gerne gesehen wird oder sogar Verboten ist, muss man mit den Konsequenzen rechnen. Spam wird nämlich überhaupt nicht gerne gesehen und kann nach einigen Tag mit hohen Besucherzugriffen dazuführen das der Blog seine Glaubwürdigkeit verliert und somit auch keine Besucher mehr locken kann. Spam fällt sehr schnell auf und wird auf Webseiten wie Facebook oder Twitter auch mit Löschung des Accounts bestraft. Ein richtiger Weg wie ich finde, denn nur so halte ich die Community aufrecht und sauber.

Ausserdem kann die Gier rechtliche Konsequenzen mitsichtragen, denn wer alles für den Erfolg tut wird auch klauen. Eher gesagt wird der gierige Blogger auch Content klauen um in Suchmaschinen besser darzustehen. Was viele nicht Wissen: Contentklau ist Strafbar und wird als „Diebstahl geistlichen Eigentums“ bezeichnet. Die Methode des Content-Klauens wird übrigens immer beliebter.

Wer sich mit fiesen Tricks ein besseres Ranking in den Google Suchergebnissen erschleicht, wird auch von dieser Seite bestraft, denn Google lohnt solche unfairen Mittel ab und schmeisst die Seite aus seinem Such-Inde. Wieder eine tolle Strafe für die, die einfach nicht hören können.

Natürlich gibt es noch weitere Konsequenzen für die Leute die sich durch nicht so tolle Wege höhere Besuchszahlen erschleichen wollen, jedoch werden auch ordentliche Blogger bestraft: Vom Leben. Ich habe mal von einem Fall gehört in dem sich ein Blogger einen schönen Blog aufgebaut hat und sich Werbeplätze gekauft hat um schneller Besucher zu finden. Leider nahm dieser Weg überhand und der Blogger wollte immer mehr und immer weiter nach oben. Also wurden in weniger Zeit sehr viele Werbeblöcke gekauft – Schließlich bekam der Blog täglich mehr Besucher. Das ganze ging so weiter bis der Blogger die Kontrolle verlor und sich in ein finanzielles Loch stürzte aus dem er schwer wieder herauskam da er Arbeitslos war. Sowas finde ich nicht so schön, allerdings hätte der Blogger vorher schon die Notbremse ziehen müssen, denn Besucher auf dem Blog sind nicht alles.

Fazit
Es ist traurig zu sehen wie einige (zum Glück wenige) Blogger versuchen ihren Blog derart zu Pushen das es nicht mehr schön ist. Wer mit seinem Weblog eine erfolgreiche Zukunft erleben möchte, sollte auch hart dran arbeiten: Qualitative Beiträge, eine ordentliche Vermarktung und positives Auffallen. Nur so wird man auch lange etwas von hohen Besucherzahlen, guten Platzierungen in den Suchergebnissen und den netten Kommentaren etwas haben. Die Gier darf keine überhand nehmen, sonst hat man verloren.

6 Kommentare

  1. Hi Christian,

    Dein Artikel fasst im Grunde alles zusammen, was dazu zu sagen ist. Ich möchte aber auch nochmal auf das Thema „Millionär-Blogger“ eingehen (Artikel dazu steht bereits in der Pipeline ;-) ). Ich kann nicht verstehen und werde es wahrscheinlich nie tun, warum so viele: „in 3 Tagen zum Millionär“ Blogger tatsächlich auch Erfolg haben. Sind die Menschen da draußen inzwischen so doof geworden, so einen Schrott zu glauben? Mich piept das total an – da geht es überhaupt nicht um wertvolle Information, sondern lediglich um Provisionen aus Affiliates und Verkäufen über den „Blog“. Und die haben dann auch noch 1.000, 5.000, 10.000 Follower bei Twitter – unglaublich. Ich verstehe nicht, was die Menschen antreibt, solchen Dingen 100% Glauben zu schenken. Ich will nicht alles verteufeln, aber es geht mir auf den Senkel, dass diese „Blogger“, die eigentlich nur Affiliate-Verwalter sind, teilweise da echt so viel „Erfolg“ haben, weil die LESER gierig sind. Ist wahrscheinlich eine unerklärliche Kettenreaktion… Oo

    so, jetzt beruhige ich mich mal wieder.

    LG
    Jasmina

  2. Aloha,

    aber das schöne ist ja, dass die Gierigen meistens auch diejenigen sind, die am schnellsten frustriert sich selbst den Hahn wieder zudrehen. ;)

    Grundsätzlich ist das blöd und ärgert einen, doch man muss da runter kommen und halt gucken, wie man von diesen Leuten, die einem gerne auch etwas nachtippen selbst profitieren kann. Sprich mit den eigenen Waffen schlagen.

    PS: Was interessiert die vielen Internet-Benutzer denn neben reichlich Sex und Titten sonst noch? Klar, wie man möglichst schnell, möglichst viel Asche macht und das bestenfalls nur mit ein paar Klicks und ohne die Neuronen elektrisieren zu müssen. Und klappt, zumindest für den ‚guten Webmaster‘.

    Cheers, Andi

  3. Natürlich interessiert das viele – aber ich frage mich, wo die Logik herkommt 29,99 € für ein e-Book ohne Mehrwert aber mit dem Titel „in 30 Minuten sind sie reich“ auszugeben, wenn man doch scheinbar gar keine Kohle hat. Mannomann…
    Übrigens zum Thema Content-Klau hat Sascha erst was geschrieben: super interessant – müsste ich langsam auch mal überprüfen lassen ;) http://www.sascha-oertlin.de/2010/08/diebstahl-doppelter-content-und-weitere-argernisse-%E2%80%93-feed-ab-sofort-gekurzt/

    Viele Liebe Grüße

  4. Ich stimme dir in fast allem zu. „Fast“ deshalb, weil ich Links in Kommentaren zumindest zum Teil für sinnvoll halte. Wenn jemand auf seinem Blog weiterführende Informationen zu einem Thema bereithält, finde ich das in Ordnung, wenn er einen Link zu seinem Beitrag poste. Ich bin bei Links in Kommentaren natürlich besonders kritisch, aber wenn der Link wirklich weitere Informationen bietet, lasse ich ihn stehen.

  5. Sehr schön zusammengefasst und solche Beispiele kenne ich leider auch. Man beobachtetet es immer wiede. Erfolg ist leider auch immer wieder der erste Schritt zum Misserfolg. Es kann nicht immer aufwärts gehen. Gerade beim Erfolg, der teuer erkauft wird folgt der schnelle Absturz. Natürlich darf jeder mit seinem Blog machen was er will und wie er denkt, dass es am besten ist. Aber es ist auch immer wieder traurig, wie sich dann solche Geschichten entwickeln und vor allem wie der schöne Blog, den man mal gerne gelesen hatte auf einmal den Bach herunter geht.

  6. Ein sehr schöner Artikel, Christian. Ich bin manchmal erstaunt, wie viel Erfolg auch sogenannt „Gierige“ haben. Viel Geld und hohe Besucherzahlen sind jedoch nicht alles. Die Methoden, die du erwähnt hast, gehören für mich in die Kategorie „dem Teufel die Seele verkaufen“. Kein schönes Gefühl, denke ich mal. Aber manchen ist das ziemlich egal. Erfolg ist sowieso immer Definitionssache.

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