Contentklau – Die virtuelle Krankheit des Internets

Mit Webseiten und Blogs lässt sich Geld verdienen, und wenn man sich nicht zu dumm anstellt, können es sehr beträchtliche Summen werden die man mit dem eigenen Blog verdienen kann. Seitdem die Möglichkeit des Geld verdienen mit Webseiten und Blogs besteht, gibt es im Internet eine Krankheit welche sich Contentklau schimpft. Markieren, Kopieren und Einfügen ist eben doch um vieles Einfacher und Zeitsparender als die vielen Artikel selber zu schreiben. Dreiste Contentdiebe kopieren sogar ganze Webseiten und Blogs samt Layout um für die Besucher seriöser darzustehen. Ich fasse dieses Thema aus gegebenen Anlass auf. Jasmina von der Onlinelupe ließ mir heute über Twitter die Frage zukommen ob ich auch Opfer von Contentdieben wurde. Ich schaute mich auf der genannten Webseite um und stellte fest das man meine Texte nicht verwendet hat. Trotzdem ist es für Jasmina sehr ärgerlich, denn immerhin hat sie in ihre Artikel sehr viel Zeit investiert und ihre Energie eingesetzt.

Was genau ist Contentdiebstahl bzw. Contentklau ?
Contentklau ist der Diebstahl fremder Texte. Die Texte werden von einen Blog kopiert und in einen anderen, fremden Blog 1:1 eingefügt und für eigene Zwecke genutzt. Professionelle Contentdiebe klauen mittlerweile ganz automatisiert und in großen Massen Texte und ganze Webseiten um damit die Suchmaschinen zu überfluten. Der Sinn dahinter ist es das die Besucher über die Suchmaschinen auf die eigenen Seite zu locken um dort mit eingeblendeter Werbung (und das ist meistens nicht gerade wenig!) große Einnahmen zu erziehlen.

Geklaut wird praktisch überall: Vom Blog selber, aus den RSS-Feeds, von Wikipedia und mit Content-Netzwerken. Wikipedia Plagiate finden sich im Internet des öfteren. Content-Netzwerke sind Unternehmen die meistens junge Leute einstellen die Inhalte und News aus dem Internet sammeln, leicht umzuschreiben und dann veröffentlichen. In diesen Netzwerken ist es auch gang und gebe das man Geld dafür bekommt wenn man in Foren und Linkverzeichnissen Werbung macht (in der Signatur z.B.) um die Linkpopularität zu steigern und mehr Besucher zu bekommen.

Wie kann man sich gegen Contentklau schützen ?
Generell sollte man erstmal herausfinden ob der eigene Inhalt des Blogs geklaut wurde. Dafür gibt es zwei Wege: Der Manuelle und der Automatisierte. Wer der manuellen Weg einschlagen möchte, kopiert sich selber einige Sätze aus Artikeln und fügt sie bei Google in Anführungszeichen ein. Anhand der Ergebnisse sieht man dann ob diese Sätze bzw. der ganze Text von einen anderen Blogger oder Autor auf einem anderen Blog oder einer anderen Webseite veröffentlicht worden sind.

Der Automatische Prozess bietet Tools an, die den Content überprüfen und das Web auf auffälligkeiten überwachen.

Hat eine Seite den eigenen Content geklaut, sollte man zunächst den Betreiber kontaktieren und ihn freundlich bitten den Text aus der Webseite oder den Blog zu nehmen. Wichtig dabei ist das dem Betreiber eine Frist gesetzt wird. Ausserdem ist es empfehlenswert wenn ihr die Option „Empfangsbestätigung“ im E-Mail Client aktiviert. So wisst ihr das der Betreiber die Mail erhalten und gelesen hat und genug Zeit hat auf die forderung einzugehen.

Sollte der Betreiber nicht reagieren und euren Inhalt auf seinem Blog oder seine Webseite behalten, ist es ratsam zunächst den Webhoster anzuschreiben. Diesen kann man leicht mit einer WHOIS-Abfrage herausfinden. Die meisten Hoster schauen sich das ganze an und sind meistens auch dazu bereit die Webseiten oder Blogs mit gestohlenen Content zu löschen.

Da mit geklauten Content Geld verdient werden möchte, kann man versuchen die Einnahmen des Betreibers auf Null zu legen. Einfach schauen was der Dieb für Werbung einblendet und die Betreiber (Google AdSense, Affiliate-Netzwerke, etc..) über den Contentdiebstahl informieren.

Im äußersten Fall kann es sich auch Lohnen einen Anwalt einzuschalten. Das kann zum Beispiel sein wenn es um höhere Beträge geht die euch wegen dem Contentklau durch die Lappen gehen. Es gibt sogar schon ein Gerichtsbeschluss, in dem der Täter 5.100 Euro Schmerzensgeld an den Kläger zahlen musste.

Wer sich in der Zukunft gegen Contentdiebstahl schützen möchte, kann bestimmte Domains per htacces-Einstellungen sperren. Es gibt auch Projekte wie Bot-Trap und Spider-Trap, welche versuchen IP’s und ganze IP-Bereiche zu sammeln, die für den Contentklau genutzt werden.

Weitere Informationen zum Thema Contentklau findet ihr auf Contentklau.de, bei Peer im Blogprojekt und auf dem SOS-SEO-Blog.

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10 Kommentare

  1. Bohn
    21. September 2010 at 16:37

    hey, da is ja schon der neue Artikel ;-)

    Contentklau ist wirklich ein schwieriges und vor allem nerviges Thema. Mir pers. wurde bisher zum Glück nichts weiter schlimmes geklaut. Einzig mal eine Grafik die ich erstellt habe, aber da ich dadurch keine Verluste gemacht habe und die Grafik nicht der Rede wert war, hab ichs gut sein lassen.

    Man muss sich natürlich immer überlegen ob sich der Aufwand, dagegen vorzugehen lohnt. Wenn es sich um ein eher harmlosen Diebstahl handelt, bei dem man selbst nichts verliert und der andere eigentlich nichts gewinnt, muss man sich sicher nicht Wochen damit beschäftigen dagegen vorzugehen.

    Wird es aber ganz dreist, dann muss eben was passieren, damit der Gegenüber lernt, das er am Schluss derjenige ist, der blöd aus der Wäsche guckt.

    Guter Artikel, die Tools werde ich mir mal genauer anschauen und den Artikel natürlich retweeten ;-)

    grüße Bohn

  2. Susi
    21. September 2010 at 19:28

    Danke, für deinen ausführlichen Artikel dazu.
    Das tut mir natürlich leid für Jasmina. Vieleicht verhindert dein Artikel den ein oder anderen Contentklau.

    Wir hatten bisher nur wenig Probleme mit Contentklau, lediglich ein paar Mal mit unseren Bildern, das ließ sich aber zum Glück schnell regeln.

    Viele wissen auch garnicht das sie etwas falsches tun, dann ist die Klärung auch recht leicht. Schwieriger dagegen vorzugehen, wird es bei Leuten, die ganz bewusst Content stehlen um damit Geld zu verdienen.

    Liebe Grüße Susi

  3. Content-Klau: Feed gekürzt, Content geschützt
    22. September 2010 at 15:36

    […] wie copyscape oder un.co.ver. Auch Christian aus dem Zweidoteins-Blog beschreibt einige weitere Möglichkeiten im Umgang und zur Prävention von Content-Klau. Die einzelnen Tools werde ich mir in diesen Tagen näher anschauen  und sicher eines oder […]

  4. CopyCats – Du bist bloß eine Kopie | copycat, Kopien im Internet | der Webarchitekt
    24. September 2010 at 11:02

    […] Mann Armee – Bushido”)Andere Meinungen und Ausführungen zum Thema findet Ihr dort:ZweidotEins: Contentklau – Die virtuelle Krankheit des InternetsOnlineLupe: Content-Klau: Feed gekürzt, Content geschütztBlogszene: CopyCats sind Loser!whit3h4t: […]

  5. Copycats – Ideenklau… na und?
    29. September 2010 at 17:59

    […] ZweiDotEins: “Contentklau – Die virtuelle Krankheit des Internets“ […]

  6. Florian
    30. September 2010 at 08:59

    Irgendwie schon komisch, dass in der digitalen Welt Diebstahl nicht als solcher wahrgenommen wird. 99% der Contentdiebe kämen wohl niemals auf die Idee zum Supermarkt gegenüber zu gehen und ne Tüte Milch zu klauen… auch wenn der dadurch verursachte Schadne nicht mal so hoch wäre wie manchmal beim Contentklau… Aber irgendwie fehlt da das Verständnis –> deswegen: Guter Artikel!

  7. Copycats? Kopierkatzen? Fast, Contentklau! | Seitenbetreiber.de
    30. September 2010 at 10:16

    […] ZweiDotEins: “Contentklau – Die virtuelle Krankheit des Internets“ […]

  8. Der September in Worten und Zahlen: Statistiken und Einnahmen | zweidoteins - Der SEO-Blog
    4. Oktober 2010 at 21:31

    […] Contentklau – Die virtuelle Krankheit des Internets […]

  9. Alexander Schütt - Personal Trainer Blog
    18. Oktober 2010 at 10:15

    Es ist wirklich interessant was es alles gibt. Den Vergleich von Florian mit dem Supermarkt finde ich wirklich treffend. Viele nehmen Contentklau nicht als tatsächlichen Diebstahl war. Ich denke dass liegt vor allem in der Einfachheit der illegalen Beschaffung. Außerdem ist selten mit ernsthaften Folgen zu rechnen. Was sind 5.100€ Schmerzensgeld, wenn man mit dem geklauten Content vielleicht einen noch größeren Vorteil erreicht hat.

    Ich steige gerade erst in die Bloggerszene ein und bin mit dem Problem noch nicht konfrontiert worden. Stattdessen habe ich selbst das Problem, dass mir für 3 Artikel pro Woche einfach der Input fehlt. Und klauen kommt für mich nicht in Frage! Deshalb muss ich weiter kreativ sein und hoffen dass mir keiner etwas klaut :-)

  10. Heiko Friedrich
    25. April 2011 at 13:53

    Neben dem vorsätzlichen Contentklau sehe ich aber auch das Problem durch „Nichtwissen“. Ich habe vor kurzem eine Art Lexikon über einige Hühnerrassen gemacht. Nach einigen Wochen habe ich verwundert bemerkt das nicht meine Seite rankt, sondern eine fremde Seite, aber mit meinen Texten und Bildern. Ich war schon schockiert.
    Jedoch habe ich mich dann an den „Dieb“ gewendet und mit ihm ein längeres Gespräch geführt. Er hat sich gleich einsichtig gezeigt und die Texte natürlich gleich wieder entfernt. Ihm war einfach nicht bewusst, dass es sich dabei um eine Straftat handelt.

    Ich denke speziell im privaten Bereich ist das fehlende Wissen auch ein Problem. Ich hab schön öfter erlebt, dass private Autoren einen Text schreiben und sich einfach ein „passendes“ Bild im Internet suchen. Einfach aus unwissen.