Piwik ist das neue Google Analytics

Die Besucherzahlen seines Blogs von einem Tool aufzeichnen zu lassen ist gang und gebe. Viele der Blogs nutzen mittlerweile das Analysetool Analytics von Google, welches nicht nur Besucherzahlen sondern auch das Besucherverhalten und die Verweisenden Webseiten auswertet. Wer nach einer alternative für Google Analytics sucht, wird schnell fündig: Piwik ist die wohl beste aller alternativen. Das Tool muss auf dem eigenen Webspace gehostet werden, so das ausgeschlossen werden kann das Werbefirmen unerwünscht diese Daten erhalten.

Piwik
Aktuell läuft Piwik in der Version 1.0 und wird auch auf meinem Blog eingesetzt. Ehrlich gesagt nutze ich es viel lieber als Google Analytics, da es auf meinem eigenen Webspace gehostet ist und ich so über die volle Kontrolle verfüge. Der erste Eindruck war sehr gut, so dass ich einen Langzeittest plante. Nun bin ich endlich dazu gekommen euch über dieses Tool zu informieren.

Wie auch bei Google Analytics gibt es ein Dashboard auf dem ich einen schnellen Überblick über die wichtigsten Daten erhalte. Die einzelnen Widgets lassen sich ebenfalls individuell per Drag&Drop anordnen und auch in verschiedenen Einstellungen anzeigen. So kann ich nahezu jedes Widget grafisch als Diagramm anzeigen lassen und  als Bild abspeichern. Diese Funktion ist besonders sinnvoll wenn man eine „Hier-Werben“-Seite anbietet.

Natürlich kann ich wie bei Google Analytics auch in die einzelnen Bereich gehen um ausführlichere Informationen zu erhalten. Durch die logische und durchdachte Anordnung findet sich jeder überall zu zurecht.

Dashboard
Das schon erwähnte Dashboard ähnelt sich dem von Google Analytics mit der ausnahme, das ein paar Informationen mehr enthalten sind. Toll ist auch das ich das Dashboard nicht nur nach eigenen Vorstellungen anordnen kann, sondern auch um Widgets erweitern. Piwik bietet die Funktion vorhandene Widgets dem Dashboard hinzuzufügen und zu löschen. Somit kann ich je nach Verwendungszweck das Dashboard so Konfigurieren wie ich es möchte.

Standardgemäß findet man auf dem Dashboard die wichtigsten Informationen zu den Statistiken, welche einen groben Überblick verschaffen sollen. Folgende Widgets findet man nach der Installation automatisch auf dem Dashboard: Graph der letzten Besuche, Besuchslänge, Besucher Browser, Liste der Suchbegriffe, Liste externer Webseiten, Besucherländer, Beste Suchmaschinen, Besuche nach lokaler Zeit des Servers und Piwik.org Blog.

Sonstiges
Wie bei Google Analytics auch lassen sich die Berichte in einer PDF-Datei zusammenfassen und herunterladen. Weiterhin kann man die Erstellung der PDF-Berichte planen (Zum Beispiel Monatlich) und sich selber per E-Mail zukommen lassen. So muss man nicht immer das Piwik-Menü aufrufen.

Ein weiteres tolles Feature ist das sich die Statistiken leicht in die eigene Webseite intigrieren lassen können. Besonders nützlich für die „Hier-Werben“-Seite, da die interessenten einen Einblick in die Statistiken bekommen und direkt genaue Besucherzahlen einsehen können.

Auch bei Piwik lassen sich Benutzeraccounts anlegen um den Werbepartnern den vollen Einblick in die Statistiken zu gewähren. Wer Unterwegs seine Statistiken checken möchte und über ein iPhone oder ein Android-Handy verfügt, kann mit dem App PiwikMobile auch ohne PC oder Mac in seine Statistiken einsehen.

Um mit Piwik die Statistiken aufzeichnen zu können, muss wie gewohnt ein Trackingcode in den Quelltext eures Blogs eingefügt werden. Wer seinen Blog mit WordPress betreibt, kann sich das Plugin WP-Piwik auf dem Blog installieren. Mithilfe der „Auth token“, einem API ähnlichem Schlüssel, lässt ist das Plugin binnen weniger Minuten einsatzbereit machen.

Fazit
Das Tool Piwik ist für mich die Nummer Eins wenn es um die Besucheranalyse geht. Ich ziehe es momentan vor lieber die Piwik-Statistiken zu analysieren als die von Google Analytics. Ich fühle mich einfach wohler dabei wenn ich auf meinem eigenen Webspace bin, auf dem mich selber keiner Trackt und auswertet. Was mir noch fehlt ist eine Import-Funktion mit der ich die alten Google Analytics Statistiken einbinden kann, denn ohne diese Funktion gehen mir Aufzeichnungen mehrerer Monate verloren. Das ist momentan auch der einzige Grund wieso Google Analytics noch im sekundären Einsatz ist.

Einen direkten Vergleich von Piwik und Google Analytics wird es bald auch geben. Leider ist das Tool bei mir erst sein rund einem Monat im Einsatz, so das ich momentan noch zu wenige brauchbare Daten habe die ich auswerten kann um einen korrekten direkten Vergleich aufzustellen.

Für mich ist Piwik das neue Google Analytics, vorallem da alle Daten auf dem eigenem Server oder Webspace bleiben.

12 Kommentare

  1. Piwik hab ich nun nach 3 Monaten komplett wieder entfernt. Nicht weil es so toll ist – sondern weil die Datenbank von Woche zu Woche stetig um mehrere hundert MB ansteigt.

    So dolle das Piwik auch ist (es ist wirklich toll) aber die Datenbank sollte man dabei auch nicht aus dem Auge verlieren. Möchte mir nicht vorstellen müssen, wie viel GB in einem Jahr da zusammenkommen könnten :)

    Aus diesem Grunde hab ich alles wieder in die Hände von Google Analytics und deren Server Farmen übergeben und so brauch ich auch nach einem Jahr keine Angst haben, auf meine gesammelten Statistik Daten verzichten zu müssen.

  2. Für kleiner Websites vielleicht zu gebrauchen, aber ab einem gewissen Traffic doch irgendwie nicht so das gelbe vom Ei. Wie Mac Schlumpf schon sagt, die Datenbank wird größer und größer und löschen der Stats kommt für mich nicht in Frage. Desweiteren sehe ich was die IP angeht doch mehr Probleme wie bei GA. Wie willst Du beweisen das Du die IP nicht doch speicherst? Den genau das ist ja das größte Problem bei GA. Was ja auch bei Piwik Standard mäßig gemacht wird, wenn sie auch nicht angezeigt wird, in der DB ist sie vorhanden.

  3. Markus: Die Frage ist aber doch, was eine Privatperson mit einer IP machen kann. Eigentlich erstmal rein gar nichts. Google Analytics jedoch kann viel mehr ;-)

  4. Nochmal einklinkt…

    Ich versteh gar nicht, warum so viele gegen Google sind – es gibt andere Firmen die sammeln wesentlich mehr an daten und verkaufen diese noch.

    Was wären wir denn heute ohne Google und wer hat schon einmal wirklich einen „Nachteil“ durch die Goggle Datensammlung erlitten – mir ist keiner bekannt.

  5. MacSchlumpf: Viele haben einfach nur Angst vor neuerungen. Werbung im Briefkasten gab es schon immer, aber der Fakt das man nun auch im Internet ein Werbeopfer sein wird, ist für manche Menschen neu. Sie haben Angst das persönliche Daten und das eigene Surfverhalten ans Tageslicht kommen. Wer weiss wie oft diese betroffenen Personen auf Webseiten sind, die ein Grund wären Gesellschaftlich abzurutschen.

  6. Da hast du schon nicht ganz unrecht – aber – ich finde, das Google „leider“ auch ganz bewust und zu unrecht vor- verurteilt wird. Ganz früher war ich auch gegen Google (weil alle anderes es eben auch waren) doch heute im digitalem Zeitalter hinterlässt man überall Spuren. Sei beim Einkaufen, Teleonieren etc. etc.

    Und wenn ich einen Vergleich wagen darf, so ist Google gegenüber den ganzen DSL Anbietern sicherlich ein kleines harmloses „Lämmchen“ :)

  7. Ich muss auch mal eine Lanze für Google brechen, da wird viel zu oft geschumpfen ohne wirkliches Hintergrundwissen. Google ist noch mit eine Firma die den Datenschutz noch am meisten achtet und offen damit umgeht. Das kann man in dem ausmass von vielen anderen Firmen nicht sagen. Und was kann eine Privat Person mit den IP´s machen? Nun ja genug wenn man weiß wie. Desweitern steht Piwik ja nicht nur Privatpersonen zur Verfügung. Aber ich finde auch wie Mac sagt, man hinterlässt eben spuren und die meisten die motzen Google würden die Daten nutzen um noch personengerechtere Werbung zu zeigen haben doch eh einen AddBlocker an, also sehen die das eh nicht :-)

  8. also für mich gibt es nur google-analytics! ich nutzte es für mehrer websites und mehr brauche ich in dem bereich statistik nicht….

  9. also ich nutzte google-analytics jetzt seit cirka einem jahr und kann es nur jedem weiterempfehlen. und an alle die ein iphone besitzen: es gibt ein app :D also könnt ihr auch von unterwegs aus ein wenig über eure webseiten wachen. gibts das bei piwik auch? glaube ich ja fast nicht :-)

    google-analytics ist und bleibt das beste analytics tool aber jedem das seine.

  10. Hey zusammen,
    also wenn ich mich heute entscheiden müsste, nur noch Google oder nur noch Piwik verwende, dann wäre es eindeutig Google. Ja, Piwik ist klasse – aber man kann sagen, was man will – Google Analytics bietet nun mal eindeutig mehr Auswertungsmöglichkeiten. Vielleicht schafft Piwik es, Google in diesem Punkt tatsächlich irgendwann „eizuholen“. Derzeit ist es aber nun mal tatsächlich nicht der Fall. Ob benutzerdefinierte Berichte, Benchmarkingauswertungen und und und – das fehlt mir bei Piwik noch eindeutig.

    Viele Grüße
    Jasmina

  11. Gelungener Artikel.
    Ich verwende Piwik seit Version 0.4 und finde das die Entwicklung gut vorangeht. Dennoch gibt es viele Funktionen die ich mir noch wünsche. Vor allem ein automatischer Export Bericht als PDF wäre genial. Den könnte man sich einmal im Monat ausdrucken und bekommt gleich alle relevante Daten angezeigt. Momentan schreibe ich sie alle noch mühselig einzeln heraus um sie dann an meine Kunden weiterzugeben.

  12. Piwik ist super, muss ich auch sagen. Allerdings fehlen ein paar wichtige Sache, z.B. die Möglichkeit der Verknüpfung mit Adwords, die ist für diejenigen, die damit arbeiten, bei Analytics schon sehr wichtig. Für kleinere Projekte aber sehr cooles Tool, das finde ich auch. Wird bei uns auch auf einigen Seiten eingesetzt.

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